In einer Zeit ohne Schrift war der Sternenhimmel für die Menschen Schule, Kalender, Navigationshilfe und moralischer Kompass. Der Schriftsteller Raoul Schrott hat die Sternbilder von 17 frühen Kulturen mit den dazugehörigen Sagen verbunden. Auf ein Gespräch mit einem Universalgelehrten.
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Diese Ausgabe des bref Magazins versammelt Reportagen, Gespräche und Analysen aus Kultur, Religion und Gesellschaft. Die Beiträge führen von alten Sternmythen über die Spiritualität Rainer Maria Rilkes bis zu Fragen nach der Zukunft der Kirchen, ungewöhnlichen Handwerkskulturen und neuen Formen solidarischer Lokalpolitik.
Wenn wir heute in den Himmel blicken, erkennen wir vielleicht den Grossen Wagen oder Kassiopeia. Geschichten zu diesen Sternbildern kennen jedoch nur wenige. Für frühe Kulturen war der Himmel weit mehr als ein nächtliches Schauspiel: Er diente als Schule, Kalender, Navigationshilfe und moralische Orientierung.
Der Schriftsteller Raoul Schrott hat die Sternbilder von 17 frühen Kulturen mit deren Weltschöpfungsmythen verbunden. Entstanden ist ein umfangreiches Werk von über tausend Seiten, das in die kosmischen Vorstellungen früher Gesellschaften führt. Barbara Schmutz und Daniel Stehula haben Raoul Schrott zu diesem Projekt getroffen.
Vor 150 Jahren wurde Rainer Maria Rilke geboren. Seine Gedichte sind bis heute weit verbreitet, etwa in Poesiealben, Zitatensammlungen oder Traueranzeigen. Weniger bekannt ist jedoch, welches Bild von Gott der Dichter hatte.
Autor Florian Bissig geht dieser Frage nach und widmet sich Rilkes Stunden-Buch. Darin zeigt sich ein Gottesbild, das überraschend und zugleich provokativ wirken kann.
Nicht einmal mehr die Hälfte der Bevölkerung gehört heute einer Landeskirche an. Viele fragen sich deshalb, ob der Rückgang weitergeht oder sogar gegen Null führt.
Der Datenjournalist Tin Fischer zeigt, dass Entwicklungen in der Gesellschaft nicht immer geradlinig verlaufen. Selbst statistische Kurven, die über Jahrzehnte in eine Richtung zeigen, können plötzlich abbrechen oder sich umkehren. Für Kirchen könnte darin auch eine Perspektive liegen.
Paul Knopf besitzt eine ungewöhnliche Sammlung: In seinem Laden lagern Hunderttausende Knöpfe – rund, eckig, glitzernd oder aus ungewöhnlichen Materialien gefertigt. Darunter finden sich Steinnussknöpfe, Posamentenknöpfe oder Modelle aus Bakelit, Porzellan und sogar Pflaumenkernen.
Die Knöpfe aus seinem Sortiment tauchen auch in bekannten Filmproduktionen auf, etwa in Grand Hotel Budapest, Das Wunder von Bern oder Babylon Berlin. Andreas Wenderoth hat den Händler besucht und ein Porträt dieses besonderen Handwerks geschrieben.
Die brasilianische Stadt Maricá, rund 60 Kilometer von Rio de Janeiro entfernt, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Experimentierfeld für progressive Lokalpolitik entwickelt.
Die Stadtverwaltung investiert gezielt in eine solidarische Ökonomie. Dazu gehört auch Mumbuca, eine virtuelle Währung, die mit einer Grundsicherung für ärmere Einwohnerinnen und Einwohner verbunden ist. Autor Niklas Franzen beschreibt, wie dieses Modell funktioniert.