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Freitag, 14. Oktober 2016

Heute werden in Deutschland Strassen nach ihr benannt, Texte von ihr in Schulen gelesen und Preise verliehen, die ihren Namen tragen. Es sind dies Zeichen postumer Wertschätzung, die fast vergessen lassen, wie umstritten die Theologin Dorothee Sölle zu Lebzeiten war. Die Auflagen ihrer Bücher bewegten sich im hohen fünfstelligen Bereich. Auf Kirchentagen füllte sie die grossen Säle. Die offizielle Kirche in Deutschland jedoch begegnete ihr mit Misstrauen. An deutschen Universitäten blieb ihr eine ordentliche Professur versagt. Und selbst nach ihrem Tod wurden Stimmen laut, die fanden, die Trauerfeier für sie hätte nicht in einer der Hauptkirchen Hamburgs stattfinden dürfen.

Für den Theologen Fulbert Steffensky, der mit Dorothee Sölle mehr als dreissig Jahre verheiratet gewesen war, kommt diese widersprüchliche Wahrnehmung seiner verstorbenen Frau nicht von ungefähr. Dorothee Sölle selbst hatte mit Widersprüchen zu kämpfen und forderte sie bei andern heraus. Sie polarisierte und passte in keine Schublade. In einem Aufsatz mit dem schönen Titel Wildfang der Hoffnung schreibt der heute in Luzern lebende Steffensky: «Dorothee Sölle konnte weder von den Frommen noch von den Politischen, weder von den Konservativen noch von den Aufklärern ganz eingefangen werden. Sie erlaubte sich die jeweils andere zu sein – den Frommen die Politische, den Politischen die Fromme, den Bischöfen die Kirchenstörerin und den Entkirchlichten die Kirchenliebende. Das hat viele irritiert.»

Für ihre Sitzblockaden, wie hier 1988 vor dem Giftgasdepot in Fischbach, kassierte Sölle eine Verurteilung wegen versuchter Nötigung. Rechts neben ihr der Theologe Helmut Gollwitzer.

Steffensky spielt hier auf einen Buchtitel an, unter dem Dorothee Sölle frühe theologische Texte herausgegeben hatte: Das Recht, ein anderer zu werden. In diesem Recht, man könnte auch sagen, in dieser Verpflichtung, umzukehren und noch einmal neu anzufangen, sah Sölle eine der zentralen Botschaften des Christentums begründet. Nichts muss so bleiben, wie es ist, innerer Wandel und gesellschaftliche Veränderung sind jederzeit möglich, davon war sie zutiefst überzeugt. Ein Wort aus dem 51. Psalm war ihr deshalb besonders lieb. «Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist», heisst es und hat in leicht abgewandelter Form auch Eingang in eins ihrer Gedichte gefunden. Die Hoffnung auf eine neue Erde und eine Gesellschaft, in der Menschen reinen Herzens einander Freund und Geschwister sein können, hat Dorothee Sölle ein Leben lang getragen und ist als zündender Funke auch auf ihre Leser- und Zuhörerschaft übergesprungen.

Ich bin Dorothee Sölle, ihren Büchern und ihr persönlich, erst relativ spät, zu Beginn der achtziger Jahre, begegnet.

«Theologisches Nachdenken ohne politische Konsequenzen kommt einer Heuchelei gleich. Jeder theologische Satz muss auch ein politischer sein.» Dorothee Sölle

Wichtige Bücher, wie Die Hinreise, Leiden und Sympathie, lagen da bereits vor. Für mich waren sie neu und sprachen mich wohl deshalb so unmittelbar an, weil hier all die hundertfach gebrauchten und verbrauchten Begriffe wie Himmel oder Gerechtigkeit oder Sünde oder Auferstehung eine völlig neue, eine konkrete Bedeutung bekamen.

Buchstaben, die ich für tot gehalten hatte, wurden wieder lebendig und gingen mich mit einem Mal auch persönlich etwas an. In ihren Aufsätzen und Reden gab es keinen theologischen Jargon, keine liturgischen Floskeln und kein frommes Gerede, sondern nur diese unverbrauchte, bald lapidare, bald poetische Sprache, die stets von der persönlichen Erfahrung ausging und alles Theoretische mied. Damit erreichte sie auch Menschen, die der Kirche fernstanden, und erschloss jenen, die von der Kirche her kamen, ihren angefochtenen Glauben neu.

Am stärksten war ihre Wirkung, wenn man sie sehen und reden hören konnte. Da waren eine Dringlichkeit, ein Eifer und eine innere Glut zu spüren, die überzeugen wollten und keinen Aufschub duldeten. Sie formulierte präzise, aber nie so, als gebe sie schon einmal Gesagtes wieder. Man konnte ihr beim Denken förmlich zusehen. Man spürte, wie ernst es ihr war und wie sehr sie sich anrühren liess vom Elend, das sie bekämpfte. Man spürte ihren Zorn, wenn sie Unrecht anprangerte. Man spürte aber auch ihren Zweifel und den Schmerz über das eigene Unvermögen. Bei aller Verletzlichkeit, die sie an sich hatte, ging eine Kraft von ihr aus, der man sich nur schwer entziehen konnte.

Theologie muss politisch sein

Die Erinnerung an ihre Auftritte lässt sich abrufen und der Eindruck überprüfen, wenn man sich die Gespräche anschaut, die auf Youtube von ihr im Umlauf sind: ganz besonders jenes, das der Publizist Günter Gaus im Jahr 1969 im Südwestfunk mit ihr geführt hatte. Sehr schmal, sehr ernst und fast ein wenig unbehaglich sitzt sie da, raucht, ringt um Formulierungen und setzt schliesslich zu einer jener steilen Aussagen an, die für sie so bezeichnend waren. Etwa dann, als Gaus sie fragt, was sie unter der Nachfolge Christi verstehe, und sie mit dem Satz antwortet: «Das Leben Christi leben heisst im Widerstand gegen die Gesellschaft leben.» Oder als sie, gefragt, worin für sie der Sinn des Lebens bestehe, nach längerem Schweigen antwortet: «Vielleicht darin, dass der Mensch am andern Menschen nicht mehr die Begrenzung erfährt, sondern den Reichtum, dass er in ihm nicht seinen Konkurrenten, seinen Unterdrücker erlebt, sondern seinen Freund, seinen Bruder.» Und dann, nach erneutem Zögern: «Das Reich der Liebe. Daran zu bauen, darin zu leben, ist der Sinn. Einen andern gibt es nicht.»

Der Verdacht: Kommunistische Söldnerin

Die Hoffnung auf eine solche Welt war für Dorothee Sölle keine weltfremde Utopie, die irgendwann, am Ende der Tage vielleicht in Erfüllung gehen würde, sondern eine ganz reale, konkrete und hochaktuelle gesellschaftspolitische Aufgabe, an der es tagtäglich zu arbeiten galt. «Ich glaube an Gott, der den Widerspruch des Lebendigen will und die Veränderung aller Zustände durch unsere Arbeit, durch unsere Politik», heisst es in ihrem heissdiskutierten Glaubensbekenntnis aus dem Jahre 1968. Und deutlicher noch, fast dreissig Jahre später, in ihrem autobiographischen Buch Gegenwind: «Theologisches Nachdenken ohne politische Konsequenzen kommt einer Heuchelei gleich. Jeder theologische Satz muss auch ein politischer sein.»

Aussagen wie diese haben der Theologin Dorothee Sölle in den Augen vieler, vor allem junger Menschen, die von der Kirche und ihrer lauen Unverbindlichkeit enttäuscht waren, eine hohe Glaubwürdigkeit verschafft. Dorothee Sölle war eine, die nicht einfach fromm daherredete, sondern ihrer inneren Überzeugung gemäss auch handelte. Dorothee Sölle war eine, die mit dem Kampf um Gerechtigkeit ernst machte und diese Gerechtigkeit für die Armen und Unterdrückten auch konkret einforderte. «Man kann nämlich nicht denken, was man nicht tut», schreibt sie in ihrem Buch Mystik und Widerstand. Gerade dies aber, diese Einheit von Glaube und Aktion, machte sie in den Augen bürgerlicher wie auch kirchlicher Kreise in höchstem Masse suspekt. Wer sich, wie Sölle dies tat, nicht scheute, die Ursachen für die Verelendung der Dritten Welt beim Namen zu nennen, wer gegen die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik protestierte oder die Positionierung amerikanischer Nuklearwaffen auf deutschem Boden zu verhindern versuchte, sah sich in den Jahren des Kalten Krieges automatisch dem Verdacht ausgesetzt, im Solde des kommunistischen Ostens zu stehen.

Dies erklärt den Widerstand, der Dorothee Sölle sowohl von katholischer wie von evangelischer Seite entgegenschlug, als sie, zusammen mit Fulbert Steffensky, Heinrich Böll und anderen, am 1. Oktober 1968 in Köln zum ersten ihrer Politischen Nachtgebete antrat und vor über tausend Beteiligten den Namen Jesu mit dem Begriff Revolution in Verbindung brachte. Und es erklärt auch die Aufregung, die entstand, als sie Jahre später vom Schweizer Fernsehen als Referentin in die Sendereihe Musikalische Meditationen eingeladen wurde und die rechtsbürgerliche Radio- und Fernsehvereinigung, besser bekannt als der «Hofer-Club» schon Wochen im voraus zu wissen glaubte, dass es sich bei dieser Sendung um «eine sogar in der Geschichte des Schweizer Fernsehens in dieser Unverfrorenheit kaum je da gewesene Provokation» handle. Dorothee Sölle, so hiess es damals, sei schon längst keine Theologin mehr, sondern «in Tat und Wahrheit eine Agitatorin», und ihre Gedichte und Aufsätze seien keine Literatur, sondern eine «grobschlächtige und unreligiöse Linkspropaganda».

Als frischgebackene Weltwoche-Redaktorin habe ich Dorothee Sölle damals gegen diese plumpen Anschuldigungen leidenschaftlich in Schutz genommen. Es bedurfte der Verteidigung allerdings nicht mehr, als die Sendung ausgestrahlt wurde und jedermann sich selbst davon überzeugen konnte, wie zutiefst gläubig die Frau war, die da ihre Gedanken zu Bachs Johannespassion vortrug. «Wer hat dich so geschlagen?» fragte sie und liess keinen Zweifel daran aufkommen, dass ich, du, wir alle es sind, die Schuld am Leiden Christi und damit am Leiden aller Geknechteten, Vertriebenen und Gefolterten dieser Erde auf uns geladen haben.

Atheistisch an Gott glauben

Diese Interpretation war typisch für die Art und Weise, wie Dorothee Sölle Theologie betrieb: nie von Glaubenssätzen oder Dogmen, sondern stets von existenzieller Erfahrung ausgehend und diese öffnend auf die konkrete politische Situation hin. Dass sie mit diesem Versuch, erstarrte Glaubensvorstellungen aufzubrechen und religiösen Erfahrungen eine neue Sprache zu geben, vor allem in kirchlichen Kreisen auf Widerstand stiess, hatte sich beispielhaft bereits beim Erscheinen des Buches mit dem provokanten Titel Atheistisch an Gott glauben gezeigt. Damit schien für viele der Beweis erbracht zu sein, dass Dorothee Sölle vom Glauben abgefallen war und der Kirche endgültig den Rücken gekehrt hatte. Um zu erkennen, dass dies Unsinn war, musste man die in dem Band versammelten Texte allerdings zuerst lesen. Denn dann wurde deutlich, dass Sölle darin keineswegs Nietzsches Gott-ist-tot-Philosophie das Wort redete, sondern sich vielmehr gegen eine Theologie wandte, die immer schon zu wissen vorgab, wer Gott ist und was er mit uns Menschen vorhat – ein Anspruch, den sie, weil er Gott seiner Unbegreifbarkeit beraubt, schlicht für blasphemisch hielt. Das Missverständnis, das sich aus der zugespitzten Formulierung des Buchtitels ergab, nahm sie bewusst in Kauf, ja nutzte es vielleicht sogar dazu, die Frage nach Gott offenzuhalten und auf die Widersprüche hinzuweisen, die sich aus dem Glauben an ihn und der Konfrontation mit der Welt, wie sie ist, ergaben.

Dorothee Sölle war Gründerin des Politischen Nachtgebets, das von 1968 bis 1972 regelmässig in der Antoniterkirche in Köln gefeiert wurde. Zum ersten Gebet kamen weit über tausend Menschen.

Dorothee Sölle selbst hat unter diesen Widersprüchen zeit ihres Lebens gelitten, ohne je versucht zu haben, sie aufzulösen, im Gegenteil. Wenn sie nach Schlüsselerlebnissen gefragt wurde, die ihrem theologisch-politischen Denken zugrunde lagen, pflegte sie auf zwei Ereignisse hinzuweisen, die zu ihrer «Konversion», wie sie es nannte, beigetragen hatten: auf Auschwitz und auf den Vietnamkrieg. Das eine hatte für sie unmittelbar mit dem andern zu tun. 1929 in Köln in ein bürgerlich-liberales Elternhaus hineingeboren, war sie zwar weitgehend frei geblieben von faschistischer Indoktrination. Auf die zentralen Fragen, die sich aus der Erfahrung jener dunklen Jahre ergaben, bekam sie doch keine Antwort: nicht darauf, warum die Kultur des liberalen Bürgertums der Barbarei nichts entgegenzusetzen gehabt hatte, und erst recht nicht darauf, wo Gott war, als Millionen Juden in Auschwitz und anderswo auf grausame Weise ermordet wurden. Es war vor allem die zweite, die sogenannte Theodizee-Frage, die Dorothee Sölle zur Beschäftigung mit der Theologie hingeführt und ihrem lebenslangen Ringen mit Gott zugrunde gelegen hatte. «Der Christus, den ich meinte, hat mit Auschwitz zu tun und mit der Frage: Wie konnte das geschehen?» schreibt sie in der Einleitung zum Band Sympathie.

Es spricht für Sölles radikales Gottesverständnis, dass sie ihre Liebe zu Gott und die masslose Enttäuschung über ihn zusammen zu denken versuchte und sich diesem unauflösbaren Zwiespalt nie entzog. Sie habe sich ein Leben lang darum bemüht, «keinen theologischen Satz zu sagen, der Auschwitz ausser Betracht gelassen hätte», gesteht sie im Band Sympathie. Dieser Verpflichtung ist sie auch treu geblieben, als Auschwitz längst zur Chiffre für andere Schuld und anderes Grauen geworden war. Ihr Engagement gegen den Vietnamkrieg begründete sie mit den Worten: «Der Vietnamkrieg half mir, meine eigene Geschichte neu zu verstehen. Auschwitz war nicht mit Auschwitz zu Ende, es ging weiter; das war die Lektion.»

Gläubig, ohne herkömmlich zu glauben

Die Lektion war aber auch, nicht nur zu reden, sondern zu handeln, bevor es zu spät war. 1972 reiste Dorothee Sölle nach Nordvietnam, um sich persönlich ein Bild von den verheerenden Folgen der amerikanischen Invasion zu machen. 1984 besuchte sie Nicaragua, um ihr befreiungstheologisches Engagement für die Dritte Welt konkret zu verorten. Gleichzeitig war sie aber auch im eigenen Land aktiv.

In Sölles Reden gab es keinen theologischen Jargon und kein frommes Gerede. Ihre poetische Sprache ging stets von persönlichen Erfahrungen aus und mied alles Theoretische.

Sie engagierte sich in der Friedens-, der Umwelt- und der Frauenbewegung, sie protestierte gegen den Nato-Doppelbeschluss, demonstrierte gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen in der Mutlanger Heide und beteiligte sich an den Sitzblockaden vor dem amerikanischen Giftgasdepot in Fischbach – allesamt Aktionen, die in etablierten Kreisen sowohl der Kirche wie auch der Gesellschaft auf Ablehnung stiessen, für sie jedoch die logische Folge ihrer theologischen Überzeugung darstellten.

Dorothee Sölle mag in mancher ihrer Äusserungen übers Ziel hinausgeschossen und in ihren Parteinahmen, von heute aus gesehen, bisweilen aufs falsche Pferd gesetzt haben, sie handelte jedoch stets aus tiefster innerer Überzeugung und scheute auch nicht davor zurück, die politischen oder gar strafrechtlichen Konsequenzen ihres Handelns auf sich zu nehmen. Denken und Tun waren eben auch hier nicht voneinander zu trennen.

Dieser Unbeirrbarkeit wegen wurde Dorothee Sölle von manchen gefürchtet, von den meisten aber bewundert. Für mich und sicher für viele, die ihre Bücher lasen und ihre Vorträge hörten, war sie aber vor allem deshalb so wichtig, weil sie uns zeigte, dass gläubig auch sein konnte, wem der Glaube im herkömmlichen Sinn längst abhanden gekommen war. Wenn sie von ihrer Liebe zu Gott und ihrer Freude an seiner Schöpfung sprach, aber auch wenn sie sich über den Zustand der Welt empörte und die Lauen und Selbstzufriedenen zur Umkehr aufrief, fühlte ich mich von ihr direkt angesprochen. «Die Fähigkeit mitzuempfinden und mitzuleiden, ist der Beginn der Konversion», heisst es im Band Sympathie. Noch heute höre ich ihre leise, eindringliche Stimme, wenn ich wieder einmal versucht bin wegzuschauen und zu sagen, lass es, du kannst ja doch nichts dagegen tun. Mit einer solchen Ausrede musste man Dorothee Sölle nicht kommen. Umkehr, wie sie sie verstand, war jederzeit und für jedermann möglich. Und die grosse Schuld des Menschen bestand in ihren Augen darin, dass er «die Umkehr tun kann und nicht tut», wie es im Band Leiden dezidiert heisst.

Als Dorothee Sölle 2003 im Alter von 74 Jahren im deutschen Bad Boll starb, schienen die grossen Konfliktherde, an denen sie sich abgearbeitet hatte, der Vergangenheit anzugehören und manches von dem, was sie gedacht und geschrieben hatte, von der politischen Entwicklung überholt worden zu sein. In der Art und Weise jedoch, wie sie ernst machte mit der Botschaft Jesu, wie sie den Gegensatz zwischen Theologie und Politik zu überwinden suchte und einer «Kirche ausserhalb der Kirche» das Wort redete, ist sie aktuell geblieben wie eh und je.

Die Publizistin Klara Obermüller war Redaktorin bei der NZZ und der Weltwoche, danach moderierte sie die SRF-Sternstunde Philosophie. Sie lebt in Männedorf ZH.

Dorothee Sölle, geboren am 2.September 1929, studierte 1949 in Köln Philosophie und Klassische Philologie. Zwei Jahre später wechselte sie zur evangelischen Theologie und Germanistik in Freiburg und Göttingen. Sölle zählt zu den bekanntesten Theologinnen des 20. Jahrhunderts, hatte aber in Deutschland nie einen theologischen Lehrstuhl inne.

Von 1972 bis 1987 unterrichtete sie am Union Theological Seminary in New York systemische Theologie und hatte weitere Gastprofessuren im Ausland inne.

Aus ihrer ersten Ehe mit dem Maler Dietrich Sölle stammen drei Kinder, aus der zweiten mit dem ehemaligen Benediktinermönch und späteren Professor für Religionspädagogik Fulbert Steffensky eines.

Sölle selbst nannte sich freischaffende «Theologiearbeiterin». Sie starb am 24.April 2003 nach einer Lesung in Bad Bonn.

Dorothee Sölles Werkausgabe besteht aus 12 Bänden und ist im Kreuz-Verlag erschienen. dem