Proust

Ruedi Lüthy 78, Arzt

Der Mediziner Ruedi Lüthy gilt als Pionier der Aidsmedizin in der Schweiz. Mehr als zwanzig Jahre leitete er die Abteilung für Infektionskrankheiten am Zürcher Universitätsspital und war Mitbegründer des Zürcher Sterbehospizes Lighthouse. Heute lebt Lüthy mehrheitlich in Simbabwes Hauptstadt Harare. Dort hat er 2003 eine Klinik für mittellose Aidspatienten gegründet.
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Autor: Ruedi Lüthy
Freitag, 05. Juli 2019

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Krieg.

Wo möchten Sie leben?

Dort, wo ich mich einsetzen kann.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Gibt es meiner Meinung nach nicht.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Die der anderen.

Ihre liebsten Romanhelden?

Keine.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Die Frauen um mich herum.

Ihr Lieblingsmaler?

David Chinyama.

Ihr Lieblingskomponist?

Beethoven.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Ehrlichkeit.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Achtsamkeit.

Ihre Lieblingstugend?

Aufrichtigkeit.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Meine Visionen verwirklichen.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Mich selbst.

Ihr Hauptcharakterzug?

Ausdauer.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Offenheit.

Ihr grösster Fehler?

Meine Fehler zu spät einsehen.

Ihr Traum vom Glück?

Selber ein Flugzeug fliegen können.

Was möchten Sie sein?

Mich selbst.

Ihre Lieblingsfarbe?

Blau.

Ihre Lieblingsblume?

Frangipani.

Ihr Lieblingsvogel?

Rotkehlchen.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Antibiotika.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Je nach Verfassung.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Newlands Clinic in Harare, Simbabwe.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Keine.

Ihre liebste Filmfigur?

Audrey Hepburn.

Ihre Lieblingsnamen?

Die meiner Kinder: Thomas, Sabine, Philipp.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Ungerechtigkeit.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Kriegshelden.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Keine.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ich glaube an Gott, aber ich habe Mühe mit vielen Interpretationen, die im Lauf der Jahrhunderte «Gottes Willen» zugeschrieben wurden.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Besser zuhören.

Wie möchten Sie sterben?

In Würde.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Gut, trotz altersbedingter Vergesslichkeit.

Ihr Motto?

Nicht hadern.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.