Leichte Sprache*

Die Kirche muss den Menschen alles gut erklären.

Übersetzung von Auszügen aus der Handreichung von «Wie gehen wir mit den Medien um?» der Schweizer Bischofskonferenz aus dem Jahr 2012.
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Freitag, 14. August 2020

Es kommt allerdings auch vor, dass kirchliche Ereignisse oder Personen das Opfer von unfairer und verzerrter Berichterstattung werden. Es gibt Berichte, welche spekulativ auf Verkaufs­quoten zielen oder auch mit Häme antikirchliche Reflexe ausspielen.

Journalisten und Journalistinnen berichten auch über die Kirche.
Sie berichten aber nicht nur Gutes über die Kirche.
Manchmal sind sie auch ungerecht.
Dann berichten Journalisten und Journalistinnen schlechte Dinge über die Kirche.
Oder sie berichten schlechte Dinge über die Menschen in der Kirche.
Die Journalisten und Journalistinnen glauben: Das wollen viele Menschen.
Viele Menschen kaufen dann die Zeitung, hören Radio oder schauen TV.
Hinzu kommt: Einige Journalisten und Journalistinnen mögen die Kirche nicht.
Deshalb haben sie Freude an schlechten Nachrichten über die Kirche.

Wie reagieren? Es ist möglich, direkt bei einer Redaktion vorstellig zu werden und zu reklamieren und in schwer­wiegenden Fällen eine Entschuldigung oder eine Gegen­darstellung zu verlangen. Wenn nicht offensichtliche Unwahrheiten kolportiert werden, die zwingend korrigiert werden müssen, ist gut abzuwägen, ob eine direkte Gegendarstellung gefordert werden soll; meistens ist davon eher abzuraten.

Was kann die Kirche dann tun?
Die Kirche kann mit den Journalisten und Journalistinnen reden.
Sie kann sagen: Euren Bericht finden wir nicht gut.
Manchmal findet die Kirche einen Bericht besonders schlimm.
Dann kann sie von den Journalisten und Journalistinnen verlangen: Bitte entschuldigt euch!
Manchmal schreiben Journalisten und Journalistinnen sogar etwas richtig Falsches.
Die Kirche kann dann sagen: Wir wollen unsere eigene Sicht in der Zeitung, im Radio oder TV zeigen.
Aber die Kirche muss gut überlegen: Ist die Meldung wirklich falsch?
Sonst ist das keine gute Idee.

Gereizte Gegendarstellungen und Gegenangriffe, zum Beispiel in Leserbriefen, Communiqués oder anderen Medien dürften zur Schadenfreude des Publikums den Konflikt erst recht hochschaukeln. Besser ist, einen grösseren Zeithorizont zu überblicken und sich da um eine sachliche und positive Medienpräsenz der Kirche und ihrer Mitarbeiter zu bemühen. Einzelne, negative Schlagzeilen gehen schnell wieder vergessen, wenn sich die Kirche grundsätzlich um transparente und glaubwürdige Kommunikation bemüht.

Die Kirche kann sich gegen Journalisten und Journalistinnen wehren.
Zum Beispiel kann sie einen Leserbrief oder eine Nachricht schreiben.
Die Kirche darf aber nicht wütend sein.
Und sie darf nicht aggressiv sein.
Manche Leser mögen die Kirche nämlich nicht.
Diese Leser lachen dann über die Kirche.
Und dadurch wird alles noch schlimmer.
Die Kirche sollte lieber in die Zukunft schauen.
In der Zukunft sollen Journalisten und Journalistinnen Gutes über die Kirche schreiben.
Deshalb muss die Kirche sich anstrengen.
Die Kirche muss den Menschen alles gut erklären.
Das heisst: Die Menschen müssen die Kirche verstehen.
Und die Menschen müssen der Kirche glauben.
Manchmal schreiben Zeitungen vielleicht wieder schlecht über die Kirche.
Aber das ist dann nicht mehr so schlimm.
Denn die Menschen vertrauen der Kirche jetzt.
Und die Menschen vergessen das Gelesene schnell.

* Religionen und Theologie tun sich oft schwer, ihre Botschaft in einfache Worte zu fassen. Die leichte Sprache leistet Übersetzungshilfe: Sie macht Schwieriges verständlich. Das ist manchmal auch entlarvend.