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Freitag, 31. August 2018

Marco Ryter schiebt die Sitzbank quer über den Vorplatz der Johanneskirche. Er setzt sich, das Gesicht im Schatten, die Füsse in der Morgensonne. Dann schaut er an der Backsteinfassade empor und sagt: «Ich hänge nicht an Mauern.» Ein ziemlich ungewöhnlicher Satz für einen pensionierten Architekten. Aber richtig Sprengkraft bekommt die Aussage erst durch Ryters neues Amt. Seit einem halben Jahr ist er Präsident des Kirchgemeinderats Johannes im Berner Breitenrainquartier. Nach einer Zeit mit vielen Rücktritten in der Behörde soll er die Gemeinde wieder ins Lot bringen und für den Zusammenschluss aller Stadtberner Kirchen flottmachen. Dazu gehört auch, die Liegenschaftskosten zu halbieren. Aber eigentlich hat er Grösseres im Sinn: Er will nichts weniger als die Kirche umbauen.

Ryter sagt an diesem Morgen Dinge, die Sinn ergeben und trotzdem ziemlich verrückt klingen. Zumindest für die Kirchenszene, die sonst eher haushälterisch mit visionären Ideen umgeht. Architekt Ryter trägt Hornbrille, Tuttifruttihemd und Mokassins in Papstrot. Von sich selber spricht er in der dritten Person. «Der Marco», sagt er, sei schon immer «ein Laferi» gewesen, ein Verkäufer von Ideen.

Gerade bietet er eine zum Kauf. Eine ungewohnte: Das Kirchgemeindehaus, das die meisten Anwohner noch nie von innen gesehen haben, will er zum Fixpunkt des Quartiers machen. Und das im «Breitsch», wie die Berner es nennen, wo Mikrobrauereien und Concept Stores im Wochentakt eröffnen. Mittelstandsfamilien, Kreative und Studenten wohnen hier. Kirchenferner sind nur die Bewohner in der alternativen Lorraine und die Muslime in Bümpliz. Nun will Ryter, dass die Kirchgemeinde ebenfalls mit der Entwicklung im Quartier mithält. Ein Foodtruck soll über Mittag Streetfood anbieten. Er will Festbänke hinstellen, damit die Leute einen Burrito essen und sich danach im Gemeindehaus die Hände waschen und einen Espresso trinken. «So wird das alles offener. Die Leute verlieren Berührungsängste.» Eine erste bauliche Änderung ist in Planung: Die schwere hölzerne Eingangstür des Gemeindehauses soll ersetzt werden. «Glas gefiele mir besser», sagt er.

Marco Ryter denkt räumlich, wenn er über die Zukunft der Kirche spricht. Lange Jahre hat er mit seinem Büro die Raumplanung der Stadt Bern geprägt. Seine Erkenntnis aus dieser Zeit: «Man verdichtete die Innenstadt, baute immer mehr Wohnungen, vergass aber die gemeinsamen Orte, die halböffentlichen und öffentlichen.» Der Kirchenraum, so Ryter, sei ein solcher.

Einer, den es aufzuwerten und zu öffnen gilt. Auch für Kirchenferne, wie er selber einer ist. Denn auch wenn er seit Jahren im Breitenrain lebt: Bevor er Kirchgemeindepräsident wurde, war er nie in der Johanneskirche. Geschweige denn im gedrungenen Anbau der Gemeinde. «Kirchenkafi, trockene Kuchen und schlechter Kaffee» sind für ihn ein «No-Go». Nun wirbt er für den zu wenig genutzten Raum der Kirchen, der zum Treffpunkt des Quartiers werden soll. Warum ausgerechnet er?

Moderat reformiert

Mit Sicherheit ist Ryter nicht fromm, aber als empfänglich für Religion würde er sich schon bezeichnen. Er wuchs in Biel als Sohn einer Uhrmacherfamilie auf. Seine Eltern waren oft auf Dienstreise. Viel Zeit verbrachte er deshalb als Kind in der Küche der italienischen Nonna, die es mehr mit der Pasta als mit den Heiligen hatte. Er wuchs moderat reformiert heran. An Weihnachten besucht Ryter zwar seit Jahren mit seiner Frau und den beiden erwachsenen Töchtern den Gottesdienst in der Berner Nydeggkirche. «Der Spaziergang dorthin ist unser gemeinsames Ritual.» Im Grunde aber sucht er Gott nicht in der Kirche. Eher beim Pilzsuchen im Wald. Wenn im Frühsommer die ersten Steinpilze im Schatten eines Baumes ihr Köpfchen aus dem Boden recken, bekommt er Gänsehaut.

Einen speziellen Ort für Spiritualität, sagt Ryter, brauche er selber nicht. Aber Kirche, fährt er fort, die sei doch für die meisten punktuell wichtig. Am Anfang und am Ende des Lebens. Zur Taufe und zur Beerdigung oder als Rückzugsmöglichkeit im Alltag. Das solle auch so bleiben. Und dann sagt er diesen Satz: «Es kann doch nicht sein, dass das lebendigste Quartier Berns, das schönste der Schweiz sogar, einfach keine Kirche mehr hat!»

Mit Ryter hat ein Reformierter die Geschicke der Johanneskirche übernommen, den jeder Religionssoziologe als «unsichtbar Religiösen» bezeichnen würde. Einer, der an eine höhere Macht glaubt, dafür jedoch andere Worte, Gesten und Orte der Verehrung sucht als jene, die die traditionellen Kirchen bieten. Aber einer, der trotzdem nicht aus der Kirche austritt, weil er sie als kulturelles Erbe erhalten will, weil er ihre sozialen Aufgaben schätzt, weil er ihren Tod bedauern würde. Und weil er das Potenzial kirchlicher Räume sieht. Als er Anfang des Jahres zum Präsidenten gewählt wurde, sagte er zu den versammelten Gemeindemitgliedern: «Erwartet mich am Sonntag nicht beim Gottesdienst.» Sie wählten ihn trotzdem, den Unsichtbaren.

Vielleicht, weil er mit seinem Enthusiasmus und seinen unkonventionellen Ideen ansteckt. Vielleicht, weil er religiös gesehen eben der Normalfall ist und der unsichtbare Durchschnitt die reformierte Kirche zahlenmässig dominiert. Doch möglicherweise hatten die Stimmenden auch schlicht keine andere Wahl, denn der Job ist nicht begehrt. An der Johanneskirche kann man sich leicht die Finger verbrennen. Während die Menschen mit Yogamatten unter dem Arm oder auf dem Citybike mit Kinderveloanhänger am Kirchgemeindehaus vorbeiflitzen, kommt die Johannesgemeinde nicht so richtig in die Gänge. Dabei hat sie, die zahlenmässig mit rund fünftausend Mitgliedern zu den grössten in Bern gehört, durchaus Projekte am Laufen. Mehr als fünfzig an der Zahl: Theater, Konzerte, eine Spielgruppe für Kinder, Lesegruppen, Altersturnen. An Aktivitäten mangelt es nicht.

Der Gemeindeverwalter schrieb an alle reformierten Bewohner im Quartier einen Brief. Dringend gesucht: Kirchgemeinderat. Marco Ryter überflog das Schreiben nur flüchtig, legte es dann weg. Und nahm es kurz darauf wieder hervor.

Dennoch kam es vor drei Jahren zum Bruch zwischen der damaligen Behörde und dem Pfarrer. Es ging um unterschiedliche Vorstellungen von Führung, den Umgang mit Mitarbeitern und um einzelne Dossiers. Vielleicht auch schlicht um unterschiedliche Temperamente und Erwartungen, wie Eingeweihte munkeln. Die Lokalpresse berichtete von üblen Streitereien, und auch eine Mediation durch die Gesamtkirchgemeinde der Stadt Bern konnte den Riss zwischen den zwei Lagern nicht mehr kitten. Im Frühjahr 2017 trat die Behörde gestaffelt zurück. Ein externer Verwalter übernahm. Sein Job: eine Nachfolge zu finden. Gemeindeverwalter Anton Genna schrieb an alle reformierten Bewohner des Breitsch einen Brief. Dringend gesucht: Kirchgemeinderat.

Marco Ryter erinnert sich an den Morgen, als er den Briefkasten leerte. Er überflog das Schreiben nur flüchtig, legte es dann weg. Und nahm es kurz darauf wieder hervor.

Kirche reizt so einen wie Marco Ryter, der die Reibung sucht. Aber nicht, weil er es mag, wenn es knallt. Eher das Gegenteil ist der Fall. Ryter muss ein grosses Harmoniebedürfnis antreiben: «Ich liebe es, wenn ich Leute zusammenbringen kann, die vorher nicht miteinander redeten.» Er scheint der Richtige dafür zu sein. Sein Architekturbüro zeichnete zu Beginn der 2000er Jahre erste Pläne für das Berner Haus der Religionen, als Bekannte und Beteiligte alle noch meinten, das komme nie zustande. Von der Idee, ein multireligiöses Gotteshaus zu skizzieren, liess er sich trotzdem nicht abbringen. Er nehme das Wort nicht gerne in den Mund, aber es sei «ein Wunder», dass das Pionierprojekt seit 2015 auf dem Europaplatz im Westen Berns stehe. Wahrscheinlich war es auch viel harte Arbeit, «lafere», wie Ryter es nennen würde, und Leidenschaft. Bis heute sitzt er im Stiftungsrat des Hauses.

Kirche reizt so einen wie Marco Ryter, der die Reibung sucht. Aber nicht, weil er es mag, wenn es knallt. Eher das Gegenteil ist der Fall. Ryter muss ein grosses Harmoniebedürfnis antreiben: «Ich liebe es, wenn ich Leute zusammenbringen kann, die vorher nicht miteinander redeten.» Er scheint der Richtige dafür zu sein. Sein Architekturbüro zeichnete zu Beginn der 2000er Jahre erste Pläne für das Berner Haus der Religionen, als Bekannte und Beteiligte alle noch meinten, das komme nie zustande. Von der Idee, ein multireligiöses Gotteshaus zu skizzieren, liess er sich trotzdem nicht abbringen. Er nehme das Wort nicht gerne in den Mund, aber es sei «ein Wunder», dass das Pionierprojekt seit 2015 auf dem Europaplatz im Westen Berns stehe. Wahrscheinlich war es auch viel harte Arbeit, «lafere», wie Ryter es nennen würde, und Leidenschaft. Bis heute sitzt er im Stiftungsrat des Hauses.

Mehr als fünfzig Leute versuchte er in der Trendbeiz Löscher oder in der Barbière für die Aufgabe zu begeistern. Nie zuvor habe er so viele Kaffees getrunken. «Viele Quartierbewohner boten punktuell Hilfe an. Dauerhaft dranbleiben wollten die wenigsten.» Sieben sagten schliesslich zu. Jetzt hat Ryter etwa eine Kunsthistorikerin, einen Eventmanager und einen Informatiker im Boot. Weil er unbedingt eine Katholikin wollte, das Reglement dies jedoch nicht vorsah, gründete er einen Beirat. Nun sitzt darin eine Religionsjournalistin, katholisch.

Gross denken, pragmatisch umsetzen

Zu Ryters Team gehören Menschen, die nicht zum Kirchenkaffee kommen. Unsichtbare, die eine gewisse Distanz zum Kirchenleben im engeren Sinn haben, doch die Kirche nicht im Stich lassen wollen. Und vielleicht braucht die Kirche gerade das. Zumindest in der Johannesgemeinde scheinen sich die Wogen geglättet zu haben, seit Ryter und sein Kirchgemeinderat im Amt sind. Von Konflikten will er nichts wissen: «Ich glaube, es ist gut, dass wir als relativ Aussenstehende übernommen haben. Das hat wieder Sachlichkeit und Grosszügigkeit in die Diskussionen gebracht.»

Als Beispiel nennt er die Spielgruppe. Lange war sie Streitpunkt: Sollte die Spielgruppenleiterin für die Räumlichkeiten Miete zahlen oder nicht? Teile des Kirchgemeinderats und der Mitarbeitenden waren der Meinung, ein kommerzielles Angebot dürfe im Gemeindehaus nicht umsonst eingemietet sein. Ryter schlug vor, einen Betrag zu verlangen. Im Gegenzug erhielt die Kinderbetreuerin einen Zustupf aus dem Kirchentopf für soziale Projekte. «Voilà», sagt Ryter, in dessen Berndeutsch noch immer ein welscher Einschlag mitschwingt. «Ein finanzielles Nullsummenspiel, das aber eins unserer wichtigsten Projekte abgesichert und damit aufgewertet hat. Nun sind alle zufrieden.»

So sieht eine Lösung à la Ryter aus. Mit seinem Team will er nun einiges stemmen. Und er muss es auch, denn seine Amtszeit fällt mit dem Fusionsprozess der Stadtberner Kirche zusammen. Aus zwölf Kirchgemeinden soll im Laufe der kommenden Jahre eine einzige werden, mit fünf Kirchenkreisen und einer französischsprachigen Gemeinde mit Sonderstatus. Ausserdem müssen die Gemeinden ihre Liegenschaftskosten um die Hälfte zurückfahren, so die Vorgabe, die jeder künftige Kirchenkreis selber umsetzen muss. Doch Marco Ryter plant nicht mit dem roten Stift. Lieber denkt er gross. Er spricht von der «Ökumene Nord»: Die Dienstleistungen der zwei reformierten Quartierkirchen Johannes und Markus sollen mit jener der katholischen Marienkirche abgestimmt und, wo möglich, zusammengelegt werden. «Statt dreimal Kerzenziehen machen wir nur eines, statt dreien nur einen Mittagstisch – und nur einen Spieleabend.» Das schaffe die verlangte Straffung: «Ökumene ist die Zukunft.» Bald schreibt die Johanneskirche eine neue Pfarrstelle aus. In der Stellenanzeige werden die Logos der drei Kirchgemeinden erscheinen. Ryter unterstützt das ökumenische Stellenprofil, auch wenn es nach dem Reglement nicht möglich ist. «Bisher hat mich niemand zurückgepfiffen», sagt er nur.

Gerade setzt er sich für eine Machbarkeitsstudie ein, die verschiedene Modelle der künftigen räumlichen Nutzung prüfen soll. «Dass wir eine der beiden Kirchen und die dazugehörigen Gemeindehäuser verkaufen oder gar abreissen, ist nur eine Option.» Sinnvoller findet er es, die verschiedenen kirchlichen Angebote je an einem Standort zu konzentrieren. Die Kirchen könnten jeweils Nutzungsvereinbarungen miteinander treffen. Auch will er die bestehenden Liegenschaften für gemischte Nutzungen öffnen. «In den oberen Etagen der Gemeindehäuser könnten Wohnungen entstehen, und ein Teil der Räume könnte für kommerzielle Nutzung freigegeben werden.» Seine Idee: ein Restaurant im Kirchgemeindehaus Johannes, das täglich exquisite Menus anbietet, «allerdings ohne Konsumzwang». Daneben gäbe es Arbeitsplätze für Studenten und Selbständige, mit Gratis-WLAN, Raum für Pop-up-Gewerbe wie etwa einen Hütedienst, den es bereits heute gibt – und eine Anlaufstelle für Fragen rund um Nachbarschaft, eine «Concièrgerie», wie Ryter es nennt. Neuzuzüger bekämen hier Tips, wo sie was im Quartier finden, Menschen könnten sich treffen und vernetzen.

Wenn Ryter von der Vision seiner Kirche im Quartier spricht, dann bringt man das fast nicht mit der zähen Kirchenpolitik zusammen, den tagelangen Zusammenkünften der Synode, in denen sich die Abgeordneten wegen der schwindend Einnahmen die Wunden lecken. Ebenso wenig passt sein ökumenisches Verständnis zum Mantra der Landeskirchen, die ein klares, reformiertes Profil fordern und damit Gefahr laufen, sich abzuschotten.

Ebenso wenig passt Ryters ökumenisches Verständnis zum Mantra der Landeskirchen, die ein klares, reformiertes Profil fordern und damit Gefahr laufen, sich abzuschotten.

Die Kirche dürfe keine Angst haben, sie solle sich nicht selber unbedeutend machen, sie habe viel zu bieten, sagt Ryter, der Verkäufer, der sie grossmachen will – sagt Ryter, der Unsichtbare, der das Kirchensterben nicht einfach so hinnehmen will. Damit dürfte er vielen aus dem Herzen sprechen, die mit der schwindenden Kirche sympathisieren, sich aber eher selten die Mühe machen, sich einzubringen.

Gut möglich, dass Marco Ryter mit seinen unbeschwerten, grossen Ideen seiner Zeit voraus ist. Gut möglich, dass er Schiffbruch erleidet, dass ihm die Kirchenpolitik den Wind aus den Segeln nimmt. Gut möglich auch, dass seine Idee einer Kirche, die sich für das Quartier und seine weltlichen Anliegen öffnet, nicht ankommt, dass sich die Anwohner trotzdem lieber im Yogastudio verrenken und im Trendcafé ihren Latte macchiato trinken.

Der SPler im Jodelchor

Das weiss auch Ryter selbst. Aber damit er arbeiten kann, muss er mit seiner «positiven Walze drüber», sonst könne er nicht weitermachen. Ein bisschen Angst hat er nun schon, das gibt er unumwunden zu. Er kennt sein Bedürfnis nach Harmonie – und Bestätigung: Vor neun Jahren hatte er ein Burnout, nachdem er sich in einem Projekt mit der Bauherrschaft überworfen hatte und auf Widerstand und Ablehnung stiess. Er habe gelernt, besser auf sich aufzupassen, sagt er, und weniger zu arbeiten. Seit fünf Jahren singt er im Jodelchor der Kantonspolizei, trifft sich einmal in der Woche mit seinen Mitsängern im Restaurant Kreuz in Belp. Er steht dann in der hintersten Reihe als Bass Seite an Seite mit Polizisten, Landwirten und Angestellten, ein SP-Wähler mitten unter SVPlern. «Singen geht direkt ins Herz», sagt er.

Erste Erfolge konnte Ryters Kirchgemeinderat schon erzielen. Ab kommendem Herbst werden Schüler des nahen Spitalackerschulhauses, das zurzeit erweitert wird, im Kirchgemeindehaus unterrichtet. Vor Ryters Amtsantritt befanden beide Seiten – Schule und Kirche – die Idee für nicht umsetzbar. Er konnte aufzeigen, dass wenige bauliche Massnahmen ausreichten, um die Räumlichkeiten unterrichtstauglich zu machen. Vor den Sommerferien kamen die künftigen Sechstklässler für ein Znüni vorbei. «Die meisten waren vorher noch nie hier. Sie strahlten.» So eine Lösung freut Ryter und spornt ihn an, die nächsten drei Jahre weiterzumachen. Dann sei Schluss, das hat er von Anfang an so kommuniziert. Ryter weiss: Er reisst gerne Dinge an und bringt Leute an einen Tisch. Wenn etwas dann am Laufen ist, reizt ihn das nicht mehr. «Mal schauen, wie weit wir kommen», meint er und steht auf. Es ist Mittag. Die Sitzbank rückt er an die mittlerweile sonnengewärmte, windgeschützte Fassade der Kirche. «Ist doch schöner so.»

Susanne Leuenberger ist Redaktorin bei bref.
Der Fotograf Ruben Hollinger lebt in Bern.