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Freitag, 16. März 2018

Es ist ein bisschen so, wie wenn man plötzlich den Duft einer längst vergessenen Freundin in der Nase spürt. Da ist das angedeutete Lächeln, da sind die grossen dunklen Augen. Darunter der schmächtige Oberkörper und die Hand mit der Füllfeder, die auf dem Tagebuch ruht. Bilder, die Anne Frank am Schreibtisch zeigen, gehören zur kollektiven Erinnerung der Nachkriegswelt.

Auf das Déjà-vu setzt auch ein neuer Comic: Auf 150 Seiten erwachen die Bewohner des Amsterdamer Hinterhauses, die Anne einst in ihren Tagebucheinträgen beschrieb, zum Leben. Die brave ältere Schwester Margot mit der grossen Brille, der verehrte Vater «Pim» Otto Frank, der in allen Lagen die Ruhe behält, Frau van Daan – stets im Pelzfummel und immer auf ihren Vorteil bedacht – und Peter, der Junge vom Dachboden, den Anne erst als Weichei ignoriert und irgendwann doch küsst. Anne träumt davon, schöne Kleider zu tragen, und fürchtet sich vor den Bomben, die nachts auf die Stadt fallen.

Der Comic folgt dabei unmittelbar den ursprünglichen Einträgen des Tagebuchs. Während zwei Jahren schrieb Anne ihre Alltagserlebnisse, aber auch ihre Sehnsüchte und Sorgen nieder. Der letzte Eintrag stammt vom 1. August 1944. Wie das Original endet hier auch der Comic.

Am 4. August 1944 wurden Anne und die sieben anderen Versteckten entdeckt und von einem SS-Mann und dessen holländischen Häschern verhaftet. Sie gelangten in ein Durchgangslager und wurden im Herbst 1944 mit dem letzten Transport nach Auschwitz deportiert. Annes Mutter Edith starb dort an Hunger und Entkräftung. Anne und ihre Schwester Margot wurden ins Konzentrationslager Bergen-Belsen geschafft.

Das Tagebuch hatte Anne in ihrem Versteck zurückgelassen. Miep Gies, eine der Helferinnen der Untergetauchten, nahm es nach der Verhaftung an sich – in der Hoffnung, es Anne eines Tages zurückgeben zu können. Dazu kam es nie. Bis auf den Vater Otto Frank fanden alle Bewohner des Hinterhauses in den Lagern den Tod. Anne und ihre Schwester Margot starben im Februar 1945 in Bergen-Belsen an Typhus und Erschöpfung.

Hörspiel, Quiz, Comic

Anne Franks Aufzeichnungen überdauerten ebenso wie die Figur, zu der sie wurde. Generationen von Schulkindern und Jugendlichen sind mit den Hoffnungen und Nöten des Mädchens im Amsterdamer Hinterhaus gross geworden. Ihr Tagebuch wurde weltberühmt. Bereits 1947 wurde es in einer von Otto Frank überarbeiteten Fassung erstmals veröffentlicht. In den 1950er Jahren war es in der Bundesrepublik das meistverkaufte Taschenbuch. Bis heute wurde es in rund siebzig Sprachen übersetzt, weltweit auf die Bühne gebracht, gezeichnet und verfilmt. Es gibt Anne Frank als Hörspiel und sogar als Quiz.

New York, Amsterdam, Tel Aviv – Yves Kugelmann ist viel unterwegs. Geht es um Anne Frank, ist er fast immer zu erreichen. (Bild: Michel Gilgen)

Und nun also noch ein Comic. Der Zeitpunkt scheint gut gewählt. Bei der jüngeren Generation schwindet das Wissen über den Holocaust und seine Opfer. Das liegt auch daran, dass die Ereignisse siebzig Jahre zurückliegen und viele Zeitzeugen bereits gestorben sind. Die Frage nach der Erinnerung an die Shoah stellt sich mit einer gewissen Dringlichkeit.

Die Idee zum Projekt stammt vom Schweizer Publizisten Yves Kugelmann, seit acht Jahren im Stiftungsrat des Anne Frank Fonds mit Sitz in Basel. Dort kümmert er sich um die Verbreitung des Tagebuchs, die Rechte und Lizenzen. Dafür ist er viel unterwegs, in Amsterdam, Tel Aviv und New York. Wie alle in der Stiftung engagiert er sich ehrenamtlich, neben seiner Arbeit als Herausgeber und Chefredaktor von so ziemlich allen jüdischen Zeitschriften in der Schweiz. Geht es um Anne Frank, dann antwortet er fast rund um die Uhr. Was ihn antreibt: «Alle kennen das Gesicht von Anne Frank, aber selten die Geschichte dahinter. Anne wurde trivialisiert.»

Der Fonds ist damit in die Fussstapfen von Annes Vater Otto Frank getreten. Frank war nach dem Krieg mit seiner zweiten Frau, auch sie eine Überlebende des Holocaust, nach Basel gezogen. Dort lebte bereits ein Teil seiner Familie.

Die Anne des Graphic Diary ist intelligent, witzig und launisch. Ein Teenager, der auch mal nervt.

1963 rief er den Anne Frank Fonds ins Leben und kümmerte sich bis zu seinem Tod 1980 um die Verbreitung des Tagebuchs seiner ermordeten Tochter. Frank machte die Stiftung zur Universalerbin.

Kugelmann, Jahrgang 1971 und damit 42 Jahre nach Anne geboren, wuchs unmittelbar neben dem Möbelantiquariat von Otto Franks Schwester auf. Als junger Journalist lernte er ihren Sohn und Annes Cousin, Buddy Elias, kennen. Die beiden wurden Freunde.

Was Kugelmann auszeichnet: Falsche Kompromisse mag er nicht. In der jüdischen Community eckt er immer wieder an. Vielen gilt er als zu liberal, zu unabhängig und zu selbstkritisch. Etwa, wenn er über die Regierung Israels oder die jüdische Opferrolle schreibt. Seine Kommentare sind messerscharf; mit Prozessen wegen Ehr- und Persönlichkeitsverletzung kennt er sich aus. Verloren hat er noch keinen.

«Wir wollen keinen Anne-Frank-Kult»

Ähnlich entschlossen ist er in der Sache Anne Frank. Der Fonds klagt immer wieder gegen unautorisierte Veröffentlichungen des Tagebuchs. Anne Franks Erbe müsse kuratiert werden, findet Kugelmann – selbst wenn viele der Ansicht sind, dass die Urheberrechte siebzig Jahre nach dem Tod der Autorin ausgelaufen seien.

Seit Jahrzehnten liegt die Basler Stiftung im Streit mit dem Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Das niederländische Museum hatte vom Fonds Archivmaterial der Familie Frank als Leihgabe erhalten. 2014 mussten die Amsterdamer die Objekte zurückgeben. Die Basler störte es, dass das Museum die Geschichte des Hinterhauses trivialisierte, indem es einzig das Mädchen ins Zentrum rückte: «Wir wollen keinen Anne-Frank-Kult», sagt Yves Kugelmann.

Der Comic ist von dieser Intention geprägt. Wobei Kugelmann sich am Begriff «Comic» stört. Er nennt es ein «Graphic Diary», also ein illustriertes Tagebuch. Das unterscheide es auch fundamental von den rund fünfzig bereits veröffentlichten Anne-Frank-Comics, die sich oft weit von den ursprünglichen Tagebucheinträgen entfernten, sagt Kugelmann. Fast acht Jahre dauerte die Umsetzung. Anfangs stiess die Idee auf Widerstand. Buddy Elias, damals noch Präsident des Fonds, hatte Zweifel. Anne Franks Text sei doch stark genug, fand Elias. Er fürchtete, dass Zeichnungen den Texten seiner Cousine nicht gerecht würden. Überzeugt habe ihn schliesslich das Argument, Jugendliche so besser erreichen zu können.

Kugelmann engagierte für die Umsetzung den Filmemacher Ari Folman und den Zeichner David Polonsky. Die beiden wurden 2008 international bekannt für ihren Animationsfilm Waltz with Bashir, in dem Folman seine eigenen Erlebnisse als israelischer Soldat im Libanonkrieg Anfang der 1980er Jahre verarbeitete. Folmans Eltern, polnischstämmige Juden, sind Überlebende des Holocaust.

Anne lässt sich gut vermarkten, oder, wie Buddy Elias einst ernüchtert feststellte: «Anne Frank ist zum Business geworden.»

Das mag dazu beigetragen haben, dass die Umsetzung keine falsche Ehrfurcht vor dem Originaltext zeigt. Mit einer filmisch anmutenden Bildsprache, die zwischen fotorealistischen Einstellungen, surrealen Bildern und piktogrammhaften Sequenzen changiert, setzen Folman und Polonsky die Gedanken und Erinnerungen des Mädchens um.

Offensichtlich werden Annes Humor, ihre scharfe Beobachtungsgabe und ihr Temperament. Die Anne des Graphic Diary ist intelligent, witzig und launisch. Ein Teenager, der auch mal nervt. So widmen sich lange Passagen Annes erwachender Sexualität. In der von Otto Frank redigierten Erstausgabe, die bis in die 1980er Jahre Standard war, fehlte dieser Aspekt. Ebenso die schwierige Beziehung zur Mutter, die sich eindrücklich in einer Grabszene verdichtet. Darin wünscht sich Anne den Tod der eigenen Mutter herbei: «Von mir aus könnte Mutter ruhig sterben», steht in der Gedankenblase über der Szenerie. Tatsächlich findet sich in den Originalaufzeichnungen von Anne Frank der Satz: «Ich kann mir gut vorstellen, dass Mutter mal stirbt.»

Opfer des eigenen Charmes

Gezeigt wird aber auch eine nachdenkliche, besorgte Anne. Dort etwa, wo sie in einem Eintrag vom 13. September 1943 ihr Versteck als «ein Stück blauen Himmel» bezeichnet, das zunehmend von Düsterkeit eingekesselt wird. An dieser Stelle und an vielen weiteren gibt das Graphic Diary längere Passagen aus dem Tagebuch wieder. Sie zeugen vom schriftstellerischen Talent und der erstaunlichen gedanklichen Reife der Anne Frank:

«Jetzt sind wir schon so dicht von Gefahr und Dunkelheit umgeben, dass wir in der verzweifelten Suche nach Rettung aneinanderstossen. Wir schauen alle nach unten, wo die Menschen gegeneinander kämpfen, wir schauen nach oben, wo es ruhig und schön ist, und wir sind abgeschnitten durch die düstere Masse, die uns nicht nach unten und nicht nach oben gehen lässt, sondern vor uns steht wie eine undurchdringliche Mauer, die uns zerschmettern will, aber noch nicht kann.»

Anne bringt die Leser zum Lachen, zum Weinen, und zum Staunen. Es ist einfach, ihrem Charme zu erliegen – und vielleicht liegt genau hier das Problem. Mehr als jede andere Zeitzeugin des Holocaust eignet sich das jüdische Mädchen als Identifikationsfigur, die den grausamen Hintergrund ihrer Zeit überstrahlt. Ihr Tagebuch, das sie an ihrem 13. Geburtstag zu schreiben begann, handelt von Schulfreundinnen, Verehrern und den Auseinandersetzungen in ihrer Familie. Themen also, die jeden Heranwachsenden umtreiben. Nur die Umgebung, dieser auf gut achtzig Quadratmeter geschrumpfte Raum, in dem Anne gut zwei Jahre zubringt, macht den Unterschied.

In einer weitverbreiteten Ausgabe aus den 1950er Jahren preist das Vorwort Annes Tagebuch als «unvergessliches Zeugnis einer Frühvollendeten», das Einblick in das «Seelenleben eines ungewöhnlich begabten und empfindsamen Kindes» biete. Die genauen historischen Umstände, unter denen Anne Franks Einträge entstanden, bleiben ebenso unerwähnt wie die jüdische Identität der Autorin. Der amerikanische Literaturwissenschaftler Lawrence L. Langer bemerkte Mitte der 1990er Jahre, dass Anne Frank im Laufe ihrer Musealisierung zusehends «de-judaisiert» wurde. Anne Frank hat längst popkulturellen Status erreicht. Ihr Konterfei ist so ikonisch wie jenes von Che Guevara oder Warhols Marilyn. Damit lässt sie sich auch gut vermarkten, oder, wie Buddy Elias einst ernüchtert feststellte: «Anne Frank ist zum Business geworden.» Die Prinsengracht 263 etwa, die Adresse des Amsterdamer Hinterhauses, ist mittlerweile eine Attraktion für Holocaustpilger und Europatouristen. Dass ein Grossteil des Gebäudes eigens für diesen Zweck wieder aufgebaut wurde, daran stören sich die wenigsten Besucher. Ebenso, dass nur wenige originale Objekte noch erhalten sind. Dafür gibt es im dazugehörigen Museumshop dem Original-Tagebuch von Anne nachempfundene Notizbücher oder den Modellbogen des Hinterhauses zu kaufen. Just diesen nutzte der britische Künstler Simon Fujiwara, um im Kunsthaus Bregenz das Versteck an der Prinsengracht eins zu eins nachzubauen und damit den kommerziellen Ausverkauf Anne Franks anzuprangern.

Fujiwara ist nicht der erste, der den Anne-Frank-Kult in Frage stellt. Der österreichische Kunsthistoriker und Holocaustüberlebende Alfred Werner warnte bereits Ende der 1950er Jahre davor, dass keine Aufführung des Tagebuchs und kein Besuch ehemaliger Konzentrationslager eine Aufarbeitung der Mitschuld an der Massenvernichtung wettmache. Psychoanalytiker Bruno Bettelheim, auch er einst Gefangener in Dachau, sah hinter dem weltweiten Erfolg von Anne Frank gar den unbewussten Wunsch, die Gaskammern zu vergessen. Ihn störte, wie schamlos die Nachwelt sich den zuweilen optimistischen Grundton des Tagebuchs ideologisch zu eigen mache. So ist eines der bekanntesten Zitate aus Annes Einträgen jenes, wo sie schreibt, dass sie trotz allem «immer noch an das innere Gute im Menschen glaube». Dass Anne diesen Gedanken vor ihrer Deportation nach Auschwitz notierte, sei entscheidend, sagt Bettelheim, werde aber schlicht ausgeblendet. Als gäbe es einen Holocaust light, oder als siege das Gute über das Grauen. In Auschwitz tat es das eben nicht.

Anne Frank gehört niemandem

Yves Kugelmann kennt diese Kritik, und er ist der erste, der sie unterschreibt. Sein Fazit ist deshalb so klar wie knapp: «Anne Frank muss vor Missbrauch geschützt werden.» So wie alle anderen Opfer auch. Das Tagebuch sei denn auch kein Buch über den Holocaust, sondern die Aufzeichnung eines Teenagers, der zum Opfer der Nationalsozialisten wurde. Fehle der Kontext ihrer Geschichte, scheitere das Tagebuch als Zeugnis gegen die Unmenschlichkeit der Shoah. Und werde ihre Opferrolle verklärt, verliere ihr Text auch seinen Wert als universelles Lehrstück für all die Greueltaten, die auch heute noch an Kindern und Jugendlichen begangen werden.

Kugelmann graut vor Best-of-Anne-Zusammenfassungen. Aufgabe des Fonds sei, die Integrität von Anne und ihrer Familie zu schützen, weil diese es ja nicht mehr selber können. Abstruse Interpretationen und Aneignungen sollen so möglichst vermieden werden, sei es in einem Comic oder auf der Bühne. Glaube alle Welt, dass Anne Frank allen gehöre, erwidert Kugelmann: Anne Frank gehört niemandem.

Der Kult um Anne Frank entbehrt allerdings nicht einer gewissen Ironie, denn letztlich war es Otto Frank selber, der ihn begründet hat, wenn auch unfreiwillig. Das ist Kugelmann wichtig: «Otto Frank wollte niemals eine Anne-Frank-Religion.» Sein Antrieb war vielmehr der Wunsch, das Schicksal seiner Familie und aller Opfer vor dem Vergessen zu bewahren. «Das war wohl seine Art, diesen ungeheuren Verlust zu betrauern.» Vielleicht war es auch eine Frage des eigenen Überlebens. Frank trotzte dem Geschehen so etwas wie einen Sinn ab, indem er sich an die Tagebücher klammerte und sie so zum Zeugnis der Unmenschlichkeit der Nationalsozialisten erhob.

Dabei liegen das Ikonische und der Personenkult der jüdischen Art des Trauerns im Grunde fern. «Anders als die christliche ist die jüdische Erinnerungskultur eine schriftliche Erzähltradition. Es geht um Texte», sagt Kugelmann. In den Räumlichkeiten des Anne Frank Fonds, an dessen Wänden sich Bücher an Bücher reihen, ist keine einzige Fotografie von Anne Frank aufgehängt.

Dass das Graphic Diary, das ja von Bildern lebt, Anne Franks Ikonisierung weiter vorantreibt, will Kugelmann nicht gelten lassen. Auch wenn ihm bewusst ist, dass die Gefahr der Ästhetisierung besteht. «Wir zeigen Anne gerade nicht als Heilige, sondern als normales Mädchen.» Doch allem Realismus zum Trotz: Das illustrierte Tagebuch lässt Anne Frank unwiderstehlicher denn je erscheinen. Die Geschichte des jüdischen Mädchens in ihrem Versteck fasziniert. Dabei waren es 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche, die im Holocaust umgekommen sind. Der Schriftsteller Primo Levi, der Auschwitz überlebte und später darüber schrieb, sagte einmal über Anne Frank, dass sie mehr Mitgefühl errege als die Myriaden anderer, die unbekannt und im Schatten blieben. «Aber vielleicht muss das so sein, denn wenn wir das Leiden jedes einzelnen der andern nachempfinden müssten und könnten, könnten wir nicht leben.» Und so lässt sich das Ganze vielleicht doch über die Geschichte einer Einzelnen begreifen.

Yves Kugelmann ist wieder für den Fonds unterwegs. Gerade sitzt er im Studio für die Produktion eines Animationsfilms über Anne Frank. Dieser soll 2020 in die Kinos kommen.

Eine Frage beschäftigt ihn. «Hätte Anne Frank ihre Tagebücher publiziert, wenn sie überlebt hätte?» Alte Bekannte, die sie und ihre Schwester Margot in ihren letzten Tagen in Bergen-Belsen trafen, beschreiben sie als gebrochen. Anne muss bis auf die Knochen ausgemergelt gewesen sein. Sie glaubte, beide Eltern in Auschwitz verloren zu haben. Das berichtet Hannah Elisabeth Pick-Goslar, eine ehemalige Jugendfreundin, in ihren späteren Memoiren.

«Sie wäre eine andere gewesen», sagt Kugelmann. «Wahrscheinlich hätte sie auch ein anderes Buch geschrieben.»

Susanne Leuenberger ist Redaktorin bei bref.

Bildrechte Graphic Diary: Anne Frank Fonds, Basel / S.Fischer Verlag, Frankfurt

Anne Frank, Ari Folman und David Polonsky: Das Tagebuch der Anne Frank. Graphic Diary. Übersetzt von Mirjam Pressler, Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. S.Fischer, Frankfurt am Main 2017; 158 Seiten; 30 Franken.

Das Jüdische Museum der Schweiz in Basel zeigt zurzeit die Ausstellung Das Tagebuch. Wie Otto Frank Annes Stimme aus Basel in die Welt brachte. Sie ist noch bis am 8.August 2018 zu sehen.