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Donnerstag, 05. März 2026
Sprache kann mit Floskeln und Phrasen verschleiern, was tatsächlich gemeint ist. Die Leichte Sprache holt die Botschaft hervor — und auch das, was manchmal zwischen den Zeilen steht.
Das Pilgern ist ja über die Jahre gewaltig in Mode gekommen, ja, fast schon zur Gewohnheit geworden. Ein Pilger, ein Pilgrim, ist eine oder einer, der im eigentlichen Sinn des Wortes übers Land geht. Einfach so. Aber auch, weil da ein Hauch von Sehnsucht nach Veränderung in der Luft schwebt. Oder schlicht, weil frische Luft nötig ist, die Gedanken wieder einmal zu sortieren sind.
Pilgern ist heute sehr beliebt.
Viele Menschen machen das.
Pilgern heisst: Ein Mensch geht eine lange Strecke zu Fuss.
Er möchte einfach gehen.
Das Ziel ist nicht so wichtig.
Manche Menschen wollen etwas ändern.
Andere wollen ihre Gedanken ordnen.
Oder sie brauchen frische Luft.
Also pilgern sie los.
Pilgern ist Bewegung von Körper und Geist. Das kann nun ganz individuell ausgelebt oder aber auch auf die Kirche ausgelegt werden: Bleibt sie stehen, kommt sie zum Stehen. Bleibt sie in Bewegung, bleibt sie Bewegung. Verliert sie ihr Herz an den Zeitgeist, wird sie geistlos und segnet sie das Zeitliche. Sucht ihr Herz den Lebendigen, bleibt sie unter den Lebenden, begeistert.
Pilgern bewegt Körper und Geist.
Man spürt seine Beine.
Man fühlt sich wach und lebendig.
Jeder kann für sich pilgern.
Jeder hat seine eigenen Gründe dafür.
Bewegung ist auch für die Kirche wichtig.
Die Menschen in der Kirche müssen sich bewegen.
Sie dürfen nicht stehen bleiben.
Sie sollen offen sein.
Und Neues ausprobieren.
Aber sie sollen nicht jede Mode mitmachen.
Sonst verliert die Kirche ihre Kraft.
Diese Kraft kommt aus dem Glauben an Gott.
Daran sollen sich die Menschen erinnern.
So bleibt die Kirche lebendig.
So kann sie Menschen begeistern.
Wir machen Abendspaziergänge, einmal im Monat. Wir brechen am Abend auf und laufen durch die zunehmende Dunkelheit in die Nacht hinein. Die Hoffnung wandert mit. Nennen wir es Abendpilgern. Wer mitkommt, soll gut zu Fuss sein. Auch wenn wir vorerst nur zwei Stunden unterwegs sind, so sind es doch zwei Stunden zu Fuss.
Wir treffen uns einmal im Monat.
Am Abend gehen wir zusammen los.
Dann wandern wir bis in die Nacht.
Wir haben guten Mut.
Alle dürfen mitgehen.
Aber sie müssen gut zu Fuss sein.
Denn wir sind zwei Stunden unterwegs.
Zurzeit findet ca. alle sechs Wochen ein Abendpilgern statt. Wir beginnen mit einem Wegwort, schweigen die ersten 30 Minuten, wandern miteinander dem Abendziel entgegen. Unterwegs ein Impuls, ein Lied, eine Beobachtung. Die Ruhe und die Aufmerksamkeit für das Begegnende sollen mitwandern. Ein gutes Gespräch, wenn erwünscht, ist willkommen, ein Schwatz bleibt besser zu Hause.
Im Moment gibt es etwa alle sechs Wochen ein Abend-Pilgern.
Am Anfang hören wir ein Wort zum Nachdenken.
Dann gehen wir zusammen los.
Die ersten 30 Minuten schweigen wir.
Manchmal gibt es unterwegs ein Wort zum Nachdenken.
Vielleicht singen wir ein Lied.
Oder wir beobachten etwas.
Wir schauen alles ruhig und aufmerksam an.
Wer möchte, darf ein Gespräch führen.
Das Gespräch sollte ernst sein.
Schwatzen kann man zu Hause.
Es muss nicht immer der Jakobsweg sein, schon gar nicht Santiago de Compostela als Ziel, (…) um etwa ein Gelübde zu erfüllen. Es gibt viele Wege, Lebenswege. Aufbrechen, um neue Wege zu beschreiten, ausbrechen aus einem beengenden Alltag, innehalten an einer Wegscheide, um eine Entscheidung zu treffen, und sich dann aufmachen, bereit zu neuen Taten, aber auch durchhalten, wenn es in Strömen regnet, wenn der Weg unwegsam oder zur Durststrecke wird, umkehren, wenn der Weg auf Abwege führt, sich gar als Holzweg erweist; das und vieles mehr wird beim «Pilgern» zum Sinnbild des eigenen Lebens. Eine gleichnishafte Übung also, wenn wir uns immer wieder mal die Zeit nehmen, das gute Schuhwerk zu binden, das Nötigste für unterwegs in den Rucksack zu packen und die Haustür hinter uns zu schliessen.
Der berühmteste Pilger-Weg ist der Jakobsweg.
Er führt bis nach Santiago de Compostela.
Das ist eine Stadt in Spanien.
Viele Menschen pilgern dorthin.
Manche Menschen haben Gott etwas versprochen.
Sie pilgern, um ihr Versprechen zu halten.
Man muss aber nicht so weit gehen.
Pilgern kann man überall.
Pilgern ist ein Bild für unser Leben.
Auch im Leben sind wir unterwegs.
Manchmal wollen wir unser Leben verändern.
Manchmal wollen wir aus unserem Alltag raus.
Oder wir müssen eine Entscheidung treffen.
Das ist oft schwer.
Beim Pilgern ist es ähnlich.
Manchmal ist der Weg schwierig.
Es regnet stark.
Oder wir haben uns verlaufen.
Und sind müde.
Das ist wie im Leben.
Beim Pilgern können wir fürs Leben üben.
Dazu braucht es nicht viel:
gute Schuhe.
Etwas Proviant im Rucksack.
Und schon kann es losgehen.