Proust

Peach Weber 66, Komiker

Der Primarlehrer Peach Weber wurde mit der Teilnahme an einem Talentfestival als Komiker bekannt. Mit Songs wie «Öberall het’s Pilzli draa» eroberte er die Schweizer Hitparade und trat in verschiedenen TV-Unterhaltungssendungen in der Schweiz und in Deutschland auf. Weber will seine Karriere am 15. Oktober 2027, einen Tag nach seinem 75. Geburtstag, im Zürcher Hallenstadion beenden.
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Autor: Peach Weber
Freitag, 19. Oktober 2018

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Wenn meiner Tochter etwas Schlimmes passieren würde.

Wo möchten Sie leben?

Bei mir zuhause. Bin dem Storch ewig dankbar, dass er mich über der Schweiz abgeworfen hat.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Wenn ich meinen Tag völlig frei gestalten kann, nach dem Motto «Ora et labora» (Beten ist durch Musse zu ersetzen).

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Meine. Nein, im Ernst: Alle, die im redlichen Bemühen entstehen, es richtig zu machen.

Ihre liebsten Romanhelden?

Don Camillo.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Alle, die sich bemühen, ein anständiges Leben hinzulegen. Gilt auch für Helden.

Ihr Lieblingsmaler?

Salvador Dalí.

Ihr Lieblingskomponist?

Ich erwähne keinen, ich möchte nicht, dass sich die anderen im Grab umdrehen.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Anstand und Bescheidenheit.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Anstand und Bescheidenheit.

Ihre Lieblingstugend?

Sich nicht zu wichtig nehmen.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Im Moment: Pétanque spielen.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Ein Narr am königlichen Hof. Den König belustigen oder Schafott.

Ihr Hauptcharakterzug?

Chaotisch mit genialem System, damit alles immer doch noch rechtzeitig fertig wird.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Dass sie nichts von mir erwarten und mich nehmen, wie ich bin.

Ihr grösster Fehler?

Ich kann tausend Sachen anfangen, mit dem Fertigmachen hapert es.

Ihr Traum vom Glück?

Einen Tag wieder mal das Gefühl zu haben, ich sei völlig gesund.

Was möchten Sie sein?

Ein Bär. Der hat eine innere Ruhe und kümmert sich auch nicht um seinen BMI.

Ihre Lieblingsfarbe?

Blau.

Ihre Lieblingsblume?

Sonnenblume.

Ihr Lieblingsvogel?

Der Adler.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Der Relaxsessel.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Ich lese keine Bücher, denke lieber selber nach.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Alle Menschen, die sich um ihre Mitmenschen kümmern, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Alle Hexen, die von männlichen Idioten verbrannt wurden.

Ihre liebste Filmfigur?

Don Camillo.

Ihre Lieblingsnamen?

Nina und David.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Egoisten, die ohne Rücksicht auf andere durch das Leben pflügen.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Alle Leute, die Typen wie Hitler an die Macht kommen liessen.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Die Militär-Biskuits.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ja, der Mensch brauchte dringend noch einen Grund mehr, andere auszugrenzen und sich über sie zu stellen.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Heilen durch Handauflegen oder Süsses zu verabscheuen.

Wie möchten Sie sterben?

Durch einen gnädigen Herzinfarkt.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Zu viele Gedanken im Kopf.

Ihr Motto?

Heute ist heute und morgen ist eigentlich erst morgen.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.