Proust

Margrit Stamm 68, Erziehungswissenschaftlerin

Margrit Stamm gilt als Pionierin der Bildungsforschung. Sie hat selbst als Primarlehrerin gearbeitet, bevor sie sich wissenschaftlich mit Erziehung und Pädagogik befasste und zuletzt an der Universität Freiburg lehrte. Sie ist weiterhin auch Gastprofessorin an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland und sitzt in vielen wissenschaftlichen Beiräten von nationalen und internationalen Organisationen. Margrit Stamm ist verheiratet und hat zwei Kinder.
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Autorin: Margrit Stamm
Freitag, 16. November 2018

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Wenn mich die Welt nicht mehr zum Aufbrechen, zum Erkunden, aber auch zum Fehlermachen verführen würde.

Wo möchten Sie leben?

Direkt an einem See.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Ein gutes Essen, ein exzellenter Wein und zum Nachtisch eine kleine Zigarre.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Wenn sie nicht mutwillig sind.

Ihre liebsten Romanhelden?

Pnin von Vladimir Nabokov.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Die freundliche Kassierin in der Migros, die mir mit einem Lächeln einen schönen Tag wünscht.

Ihr Lieblingsmaler?

Jan Vermeer und seine Portraits.

Ihr Lieblingskomponist?

Je nach Gemütszustand: Bach oder Tango Argentino, von Astor Piazzolla.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Witzig, geistreich und schön sein.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Witzig, geistreich und schön sein.

Ihre Lieblingstugend?

Geduld.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Laufen und Tanzen. Wer oder was hätten Sie sein mögen? Profi-Eiskunstläuferin.

Ihr Hauptcharakterzug?

Zweifel, Neugier auf das Unbekannte, Aufbrechen.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Humor, Herzlichkeit und Zuhörenkönnen.

Ihr grösster Fehler?

Ungeduld.

Ihr Traum vom Glück?

Ewiges Leben.

Was möchten Sie sein?

Immer wieder Lehrling.

Ihre Lieblingsfarbe?

Das Grün einer Frühlingswiese.

Ihre Lieblingsblume?

Margerite.

Ihr Lieblingsvogel?

Der Uhu.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Kontaktlinsen.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Es ist eine Frau: Siri Hustvedt.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Die Menschen, die unser Leben sicher machen.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Maria Theresia.

Ihre Lieblingsnamen?

Magdalena, Romeo.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Lange Sitzungen.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Diktatoren.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Die humanitären Leistungen vieler Schweizer Grenzsoldaten im Zweiten Weltkrieg.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Das Universum ist Grund genug für die Existenz eines Schöpfers.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Schön singen können.

Wie möchten Sie sterben?

So, wie es das Schicksal mir vorgibt.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Arbeiten löst bei mir Glückshormone, aber auch Zweifel aus. In diesem Zustand bin ich, und den mag ich sehr.

Ihr Motto?

«Ich setze Fuss vor Fuss und lass die Spuren hinter mir» von Sosias in Kleists Amphitryon.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.