Proust

Kurt Aeschbacher 70, Moderator

Kurt Aeschbacher studierte in Bern Wirtschaftswissenschaften, bevor er 1981 zum Schweizer Fernsehen kam. Dort wurde er bekannt als Moderator von Unterhaltungssendungen wie Grell-Pastell und Casa Nostra. 2001 bekam er seine eigene Talkshow Aeschbacher, die insgesamt 785 Mal ausgestrahlt wurde. Zum Markenzeichen seiner Sendung gehörte, dass sie auch weniger prominenten Menschen eine Bühne gab. Kurt Aeschbacher lebt in Zürich.
Die Seite wurde Ihrer Lesezeichenseite hinzugefügt. Klicken Sie auf das Menüsymbol, um alle Ihre Lesezeichen anzuzeigen. Die Seite wurde von Ihrer Lesezeichenseite entfernt.
Mittwoch, 17. April 2019

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Plötzlich nicht mehr denken und reden zu können.

Wo möchten Sie leben?

Überall dort, wo meine Freunde sind.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Mit mir im reinen zu sein.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Alle, die im guten Glauben an die richtige Lösung geschehen sind.

Ihre liebsten Romanhelden?

Die Verlierer.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Die Frauen, die selbstbewusst ihren Weg gehen und dabei ihre Feminität nicht verlieren.

Ihr Lieblingsmaler?

Diese wunderbaren Künstler, die Teil meiner Sammlung sind und mir mit ihren Bildern eine andere Sicht auf die Welt ermöglichen.

Ihr Lieblingskomponist?

Giovanni Battista Pergolesi.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Grosszügigkeit: im Denken, im Handeln, im Verstehen anderer.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Siehe oben.

Ihre Lieblingstugend?

Empathie.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Säen und erleben, wie die Saat aufgeht.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Immer nur mich selber.

Ihr Hauptcharakterzug?

Das unbändige Interesse an Menschen, meine Neugier für Lebensgeschichten.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Ihre Geduld.

Ihr grösster Fehler?

Meine Ungeduld.

Ihr Traum vom Glück?

Nichts mehr zu müssen, sondern nur noch das zu tun, was einen die Welt besser verstehen lässt (zum Beispiel keine Fragebogen mehr ausfüllen zu müssen).

Was möchten Sie sein?

Kein anderer.

Ihre Lieblingsfarbe?

Blau.

Ihre Lieblingsblume?

Im Frühling die ersten Tulpen, im Sommer die wilden Rosen, im Herbst die üppigen Dahlien.

Ihr Lieblingsvogel?

Die Nachtigall.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Das Internet.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Philip Roth.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

All die Menschen, die sich stets daran erinnern, dass ihr Erfolg primär von Zufällen abhängt und dass Macht und Einfluss Verantwortung für andere bedingen.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Die Mütter.

Ihre liebste Filmfigur?

Ich bin kein Kinogänger, und deshalb würde ich mich da mit fremden Federn schmücken.

Ihre Lieblingsnamen?

Agnes, der Name meiner Mutter, und Hans, der Name meines Vaters. Diese Namen wecken bei mir das Gefühl der Geborgenheit und Assoziationen an meine behütete Kindheit.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Hass.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Alle, die Kriege geführt haben.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Keine.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ja, definitiv.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Als Pianist die Menschen verzaubern.

Wie möchten Sie sterben?

Zufrieden mit dem Leben.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Neugierig auf alles, was das Leben noch bereithält.

Ihr Motto?

Sich stets eine eigene Meinung bilden und auch dazu stehen.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.