Proust

Julia Onken 75, Autorin

Die 1942 geborene Thurgauerin ist Psychologin, Psychotherapeutin sowie Autorin mehrerer Sachbücher. Vor dreissig Jahren gründete sie zudem das Frauenseminar Bodensee, das sie heute zusammen mit ihrer Tochter leitet.
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Autorin: Julia Onken
Freitag, 15. September 2017

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Nicht mehr meiner geliebten Arbeit nachgehen zu können.

Wo möchten Sie leben?

Da, wo ich bin.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

In einem guten Einverständnis mit mir selbst zu leben.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Diejenigen, für die wir einstehen und uns entschuldigen.

Ihre liebsten Romanhelden?

Ich ziehe Helden aus dem realen Leben vor.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Alice Schwarzer, Barbara Rütting, Erika Pluhar.

Ihr Lieblingsmaler?

Caspar David Friedrich.

Ihr Lieblingskomponist?

Bach.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Verbale Kompetenz, Sprachwitz und Denkvirtuosität.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Empathie.

Ihre Lieblingstugend?

Wahrhaftigkeit.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Schreiben.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Verkäuferin in einem Mercerieladen.

Ihr Hauptcharakterzug?

Eselsgeduld.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Dass sie mich nehmen, wie ich bin, und keine Erwartungen an mich haben.

Ihr grösster Fehler?

Eselsgeduld.

Ihr Traum vom Glück?

Ist längst ausgeträumt.

Was möchten Sie sein?

Authentisch.

Ihre Lieblingsfarbe?

Türkis.

Ihre Lieblingsblume?

Hortensie.

Ihr Lieblingsvogel?

Schnee-Eule.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Informatik.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Rainer Maria Rilke.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Chesley B.  Sullenberger, der die Wasserlandung mit dem Airbus auf dem Hudson vollbracht hat.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Katharina die Grosse.

Ihre liebste Filmfigur?

Driss aus Ziemliche beste Freunde, gespielt von Omar Sy.

Ihre Lieblingsnamen?

Keine besonderen Vorlieben.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Denkfaulheit.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Ich bemühe mich, statt zu verachten, zu verstehen.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Israels Sechstagekrieg.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Gott hat es nicht nötig, von Menschen erfunden zu werden.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Singen.

Wie möchten Sie sterben?

Ungestört und in völliger Einsamkeit.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Hellwach und schaffensfreudig.

Ihr Motto?

Ich denke, also bin ich.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.