Proust

Jacqueline Badran 56, Politikerin

Jacqueline Badran wurde 1961 in Australien geboren. Mit fünf Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Zürich, wo sie bis heute lebt. Ihr Studium in Biologie und Ökonomie finanzierte sie mit Arbeiten als Skilehrerin, Eisenlegerin sowie mit Reit- und Bridgeunterricht. Heute ist die SP-Politikerin als Unternehmerin tätig. Seit 2011 sitzt sie im Nationalrat.
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Freitag, 02. November 2018

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Für mich persönlich: wenn mein Lieblingsmensch und Ehemann vor mir sterben würde. Für mich als Politikerin: die schleichende Zerstörung unseres Planeten.

Wo möchten Sie leben?

Wo mein Lieblingsmensch und meine Freunde sind. Also genau dort, wo ich lebe, in Zürich.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

In Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit an einem Ort leben zu dürfen, wo es sauberes Wasser und Nahrung hat und meine Liebsten sind.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Alle ausser Lügen, Hinterhältigkeit, Habgier und Kaugummikauen.

Ihre liebsten Romanhelden?

Ich mag eher Antihelden. Die aus meiner Kindheit: die rote Zora, Pippi Langstrumpf und die fünf Freunde.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Alle, die jeden Tag gemeinnützige Arbeit leisten, sei es in Vereinen, in der Kirche, in der Nachbarschaft.

Ihr Lieblingsmaler?

Ich bin eine Kunstbanausin. Ich mag aber Segantini, Van Gogh und liebevolle aussagekräftige Graffitikunst.

Ihr Lieblingskomponist?

Ich mag Rachmaninov, Procol Harum und Supertramp.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Sollten das andere sein als bei einer Frau? Ehrlichkeit, Loyalität und Verlässlichkeit.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Ehrlichkeit, Loyalität und Verlässlichkeit.

Ihre Lieblingstugend?

Gerechtigkeit. Justitia ist nicht umsonst die Kardinaltugend aller Tugenden.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Ich mache so vieles gerne. Vermutlich dozierende Monologe halten und Filme schauen.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Es ist müssig, sich darüber Gedanken zu machen. Schein statt Sein nimmt einen viel zu grossen Stellenwert in unserer Gesellschaft ein.

Ihr Hauptcharakterzug?

Gerechtigkeitsfimmel.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Ehrlichkeit, Loyalität, Uneigennutz, Unkompliziertheit und Grosszügigkeit.

Ihr grösster Fehler?

Kann ich nicht sagen, dafür habe ich vermutlich zu viele.

Ihr Traum vom Glück?

Ich träume schon lange nicht mehr für mich selber. Aber vom Traum des Weltfriedens wende ich mich nicht ab.

Ihre Lieblingsfarbe?

Hellrosa – ganz klar – schon immer.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Die reale rechtsstaatliche Demokratie.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Habe ich nicht. Ich mag einzelne Bücher.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Habe ich das nicht schon beantwortet?

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Wie gesagt, das mit den Helden ist eine schwierige Sache. Aber einmal mit Rosa Luxemburg, Karl Marx oder Jean-Jacques Rousseau abendessen – da würde ich nicht Nein sagen.

Ihre liebste Filmfigur?

Emma Peel for ever – von der 60er-Jahre-Serie Mit Schirm, Charme und Melone, gespielt von Diana Rigg.

Ihre Lieblingsnamen?

Victor.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Die Lüge.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Alle despotischen Autokraten in Politik und Wirtschaft, die sich erlaubten, Mensch und Natur auszubeuten, zu unterdrücken und ihnen die Würde zu rauben. Die Liste ist sehr, sehr lang.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Wie kann man eine militärische Leistung je bewundern?

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ja.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Mich in der Zeit verschieben zu können – vor allem in die Zukunft.

Wie möchten Sie sterben?

Schnell.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Zunehmend vergesslich – schon jetzt.

Ihr Motto?

Mottos finde ich albern.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.