Proust

Gerhard Pfister 53, Nationalrat und CVP-Präsident

Gerhard Pfister ist seit 2003 Nationalrat und seit 2016 Präsident der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) der Schweiz. Er wurde 1962 in Oberägeri ZG geboren. Pfister ist verheiratet. Er ist beruflich in der Führung von Privatschulen im Kanton Zug tätig. Dort war er von 1998 bis 2003 Kantonsrat.
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Bild: ZVG
Freitag, 28. Oktober 2016

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Das weiss ich dann, wenn es vorbei ist.

Wo möchten Sie leben?

In der Schweiz, aber immer wieder auch in Italien.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Das weiss ich dann, wenn es vorbei ist.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Die, die mir auch passieren können, also recht viele.

Ihre liebsten Romanhelden?

Ulrich, in Robert Musils Mann ohne Eigenschaften. David Copperfield von Charles Dickens. Sorger, in Peter Handkes Langsame Heimkehr. Und ganz viele mehr.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Margaret Thatcher. Keine Heldin, aber eine Frau mit Überzeugungen und der Fähigkeit, sich in einer Männerwelt durchzusetzen.

Ihr Lieblingsmaler?

Mark Rothko.

Ihr Lieblingskomponist?

Fabrizio De André, stellvertretend für viele Cantautori. Wenn es klassisch sein muss: J. S. Bach.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Die Fähigkeit, mich zu interessieren.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Die Fähigkeit, mich zu interessieren.

Ihre Lieblingstugend?

Interesse für andere.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Alles, bei dem ich, wenn ich es tue, mich selbst bin. Das wechselt.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Forscher, Entdecker, die etwas als erster Mensch sehen konnten.

Ihr Hauptcharakterzug?

Das habe ich mich auch schon gefragt, ohne eine Antwort gefunden zu haben.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Dass sie meine Freunde sind …

Ihr grösster Fehler?

Viele, kein grösster, aber manche grosse.

Ihr Traum vom Glück?

Bei sich sein, allein oder zusammen mit lieben Menschen.

Was möchten Sie sein?

Der, der ich bin.

Ihre Lieblingsfarbe?

Blau.

Ihre Lieblingsblume?

Rosen.

Ihr Lieblingsvogel?

Die Amsel.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Das Internet.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Peter Handke. Henry James. Und viele andere.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Alle, die neben dem Wirklichkeits- auch Möglichkeitssinn haben.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Jeanne d’Arc. Teresa von Ávila.

Ihre liebste Filmfigur?

Die vielen Figuren in Woody Allens Filmen.

Ihre Lieblingsnamen?

Franziska. Luca.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Häme. Neid.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Keine. Weil zur Verachtung persönliche Kenntnis gehört.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Die, die die Opferzahlen minimierten.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ich glaube das Gegenteil: der Mensch ist eine Erfindung Gottes.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Mit wenig Schlaf auszukommen.

Wie möchten Sie sterben?

Schmerzlos.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Zurechnungsfähig – hoffe ich mindestens.

Ihr Motto?

Nie zu vergessen, dankbar zu sein.

Zum Thema «Unsere christlichen Werte – leere Worthülse, politischer Kampfbegriff oder universelle Basis für ein Leben in Vielfalt und Differenz» findet am 21.November von 19 bis 20.30Uhr im Kulturpark in Zürich eine Podiumsdiskussion statt. Als Gäste werden unter anderem Gerhard Pfister und die Zürcher Kirchenrätin Esther Straub anwesend sein. Kosten: 40 Franken.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.