Leichte Sprache*

«Die Kirche muss schlauer werden.»

Übersetzung von Auszügen aus dem Zukunftspapier «Kirche auf gutem Grund – elf Leitsätze für eine aufgeschlossene Kirche» der Evangelischen Kirche in Deutschland, Leitsatz 5: «Digitalisierung»
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Freitag, 06. November 2020

Zukünftig werden mediale Gestalten der Kommunikation des Evangeliums gefördert, die die Chancen digitaler Kommunikation aufnehmen und mit bestehenden Formen evangelischer Frömmigkeit und Gemeinschaftsbildung verbinden, so dass sich digitale und analoge Sozialformen des Glaubens wechselseitig ergänzen und stärken.

Die Botschaft der evangelischen Kirche heisst: das Evangelium.
Die Kirche möchte mit den Menschen über das Evangelium reden.
Früher haben die Pfarrer im Gottesdienst über das Evangelium gesprochen.
Heute gibt es dafür auch den Computer und das Internet.
Die Kirche sagt: Wir müssen den Computer und das Internet mehr nutzen.
Dann können wir zu ganz vielen Menschen über das Evangelium sprechen.
Die Kirche findet aber auch: Gottesdienste muss es weiterhin geben.
Denn Gottesdienste und das Internet gehen gut zusammen.

Der digitale Wandel und die damit einhergehende medientechnische Revolution fordern traditionelle kirchliche Kommunikationsformen heraus und verändern die Sozialgestalt der Kirche. In einer «smarter» werdenden Welt muss auch die Kirche «smarter» werden: sprachlich, technisch und kommunikativ.

Der Computer und das Internet haben unser Leben verändert.
Das nennt man: digitaler Wandel.
Der digitale Wandel hat aber auch die Kirche verändert.
Zum Beispiel kann sie jetzt im Internet zu den Menschen sprechen.
Im digitalen Wandel sind alle total «smart».
«Smart» ist ein englisches Wort. Es bedeutet: schlau.
Auch die Kirche muss heute schlauer werden.
Zum Beispiel muss sie lernen: Wie benutzen wir technische Geräte?
Oder: Wie sprechen wir mit den Menschen im Internet?

Die mit den digitalen Medien verbundene interaktive, partizipative und rezeptionsorientierte Kommunikation schafft neue Formen zwischenmenschlicher Beziehungen und Vergemeinschaftung. Die bestehenden Beziehungsmuster verändern sich, soziale Bindungen werden labiler und fluider.

Im Internet können alle Menschen mitmachen.
Deshalb lernen wir im Internet ganz verschiedene Menschen kennen.
Manche Menschen schliessen sich im Internet zu Gruppen zusammen.
Im Internet finden wir auch schnell neue Freunde.
Aber das sind oft nicht so gute Freunde wie im richtigen Leben.
Und die Freundschaften halten nicht so lange wie im richtigen Leben.

Über den Bereich eigener digitaler Angebote hinaus ist die evangelische Kirche mit verantwortlich dafür, ein achtsames und sozial verantwortliches Anbieter- und Nutzerverhalten zu fördern. Sie nimmt die Herausforderungen der Digitalisierung wahr, setzt sich ein für Datenschutz, bezieht Stellung gegen Hasskultur, fake news und Manipulation in sozialen Netzwerken und trägt zur Klärung ethischer Fragen bei, die in einer Kultur der Digitalität neu entstehen.

Die evangelische Kirche möchte im Internet mitmachen.
Aber die evangelische Kirche findet nicht alles im Internet gut.
Die evangelische Kirche mag zum Beispiel nicht:
– Wenn Menschen im Internet das Geburtsdatum von anderen klauen.
– Wenn Menschen im Internet böse über andere reden.
– Wenn Menschen im Internet lügen.
Deshalb sagt die Kirche: Wir wollen auf die Menschen im Internet aufpassen.
Und die Kirche sagt auch: Seid nett zueinander im Internet.

* Religionen und Theologie tun sich oft schwer, ihre Botschaft in einfache Worte zu fassen. Die leichte Sprache leistet Übersetzungshilfe: Sie macht Schwieriges verständlich. Das ist manchmal auch entlarvend.