Proust

David Bosshart 58, Philosoph

Der 1959 im Thurgau geborene Philosoph und Zukunftsforscher David Bosshart leitet seit 1999 das unabhängige Gottlieb-Duttweiler-Institut. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und als Referent zu Themen wie Konsum, Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel tätig.
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Freitag, 06. April 2018

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Alternativlosigkeit.

Wo möchten Sie leben?

Fast überall, wenn ich mit Menschen etwas bewegen kann.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Lebendig sein.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Alles ausser vermeidbarer Stupidität.

Ihre liebsten Romanhelden?

Helden?

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Heldinnen braucht man nur in sehr schlechten Zeiten.

Ihr Lieblingsmaler?

Zurzeit wieder Picasso.

Ihr Lieblingskomponist?

Immer noch Frank Zappa und Johann Sebastian Bach.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Männliche.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Weibliche.

Ihre Lieblingstugend?

Leben und leben lassen.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Bewegung.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Mich selbst. Das ist anstrengend genug. Aber gut.

Ihr Hauptcharakterzug?

Energie.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Energie.

Ihr grösster Fehler?

Nicht immer genug zu lernen aus Fehlern.

Ihr Traum vom Glück?

Nicht mit Unglück gesegnet zu sein.

Was möchten Sie sein?

Mich selbst. Wenn auch nur für kurze Zeit.

Ihre Lieblingsfarbe?

Bunt.

Ihre Lieblingsblume?

Rose.

Ihr Lieblingsvogel?

Vielleicht die Nachtigall.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Der Kühlschrank.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Zu viele gute. Shakespeare hat wohl das Wesentliche gesagt.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Wer Helden braucht, hat schon verloren.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Dito – für Frauen und Männer gilt Gleichberechtigung.

Ihre liebste Filmfigur?

Nur reale Figuren zählen.

Ihre Lieblingsnamen?

No name.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Vermeidbare Stupidität.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Die Anzahl der Kandidaten nimmt leider rasch zu.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Diese Frage ist zu komplex und verbietet eine populistische Antwort.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Eventuell.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

(Noch) schneller lernen.

Wie möchten Sie sterben?

Natürlich.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Gut – trotz lebensfremden Fragen.

Ihr Motto?

Leben und leben lassen.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.