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Donnerstag, 08. Oktober 2026
«Ein Tag der Gemeinschaft und des theologischen Austauschs» solle es werden, sagte Christian Bieri, Kirchenrat und Mitglied der Theologischen Kommission, zur Begrüssung. Ein kleines Mosaikstück im Prozess der Kirchenreform. Die Fragen, wie Kirche- sein in einer veränderten Gesellschaft gelingt, ob die Kirche nur ein Angebot unter vielen ist und ob die Kirche ihr Angebot an die Wünsche der Gesellschaft anpassen sollte, wurden im Thema «Welcher Gott darf’s denn sein?» zusammengefasst.
Die Aargauer Kirche hat zu einem Treffen eingeladen.
Christian Bieri hat die Menschen begrüsst.
Er gehört zum Kirchenrat.
Der Kirchenrat leitet die Kirche.
Christian Bieri hat gesagt:
Heute wollen wir alle zusammen sein.
Wir wollen über Gott und den Glauben sprechen.
Das Treffen war ein Teil von der Kirchenreform.
Kirchenreform heisst: Die Kirche will sich verändern.
Die Menschen sollen dabei mitmachen.
Sie sollen ihre Meinung sagen.
Deshalb bringt die Kirche die Menschen zusammen.
Das Treffen hatte ein Thema: «Welcher Gott darf es sein?»
Die Menschen haben darüber gesprochen:
– Wie kann die Kirche heute für die Menschen da sein?
– Hat die Kirche etwas Besonderes zu bieten?
– Soll die Kirche immer das machen, was alle machen?
Miriam Rose stellte in ihrem Vortrag das Modell einer «kreativen Kirche» vor, in der Vielfalt und Gemeinschaft zusammenfinden. (…) Die Kirche ringe seit Beginn darum, wie mit dieser Vielfalt umzugehen sei. Kirche könne ein Vorbild für die Gesellschaft sein, wenn sie es schaffe, in Vielfalt Zusammenhalt zu leben. (…) Christentum sei immer der Prozess des gemeinsamen Herausfindens, was Christsein heisse. Alle Konsense seien nur vorläufig, fragil und leider oft nur oberflächlich. «Das tragende Gemeinsame ist nicht ein inhaltlicher Konsens, sondern die Überzeugung, dass der gemeinsame Prozess nötig ist.» Essenziell sei dabei das gegenseitige Vertrauen und die Annahme, dass die Gegenseite ebenso ernsthaft am Glauben interessiert ist.
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Die Theologin Miriam Rose hat über die «kreative Kirche» gesprochen.
In dieser Kirche können die Menschen verschieden sein.
Trotzdem gehören sie zusammen.
Das ist für die Kirche nicht neu.
In der Kirche hat es immer verschiedene Meinungen gegeben.
Miriam Rose hat gesagt:
Daraus kann auch die Gesellschaft etwas lernen.
Christen müssen immer wieder zusammen herausfinden:
Was heisst Christ sein?
Aber sie müssen nicht die gleichen Meinungen haben.
Eine gemeinsame Meinung hält oft nicht lange.
Und manchmal sind sich die Menschen nur nach aussen einig.
Wichtiger ist: Sie gehen gemeinsam weiter.
Dazu müssen die Menschen einander vertrauen.
Sie müssen überzeugt sein: Die anderen meinen es auch ernst mit dem Glauben.
Über diesen Denkweg führte sie hin zum Modell einer «kreativen Kirche»: Kreativität beginne nicht beim Produzieren, sondern beim Empfangen, Wahrnehmen und Bewegt-Werden, das zum Gestalten anregt. Darin bestehe eine Parallele zum Glauben.
Miriam Rose hat weiter über die «kreative Kirche» gesprochen.
Was heisst «kreativ»?
Miriam Rose hat gesagt:
Kreativ sein bedeutet nicht:
Wir müssen uns sofort festlegen.
Kreativ sein heisst zuerst:
Wir hören zu.
Wir schauen hin.
Wir lassen uns berühren.
Daraus entstehen neue Ideen.
Daraus können wir etwas machen.
Beim Glauben ist das auch so.
Wichtig sei, dass die Kirche in einer zunehmend säkulareren Welt überhaupt für die Denkbarkeit Gottes eintrete, interessante Gottesbilder diskutiere, praktische spirituelle Zugänge vermittle und feinfühlig, situationsangemessen und kreativ von Gott spreche.
Miriam Rose hat auch gesagt:
Viele Leute glauben nicht mehr an Gott.
Darum sollte die Kirche die Menschen daran erinnern:
Über Gott kann man nachdenken.
Es gibt verschiedene Vorstellungen von Gott.
Darüber sollte die Kirche sprechen.
Die Kirche soll den Menschen zeigen:
So können sie sich mit dem Glauben befassen.
Die Kirche soll auf die Menschen und ihre Situation achten.
Und sie soll neue Wege finden, über Gott zu sprechen.
In den insgesamt zwölf Workshops – sechs am Vormittag und sechs am Nachmittag – herrschte durchaus Gemeinschaft in Vielfalt: Man hörte einander zu, ohne darauf zu beharren, selbst recht zu haben.
Bei dem Treffen hat man in Arbeitsgruppen gearbeitet.
Sechs Gruppen gab es am Morgen.
Sechs Gruppen gab es am Nachmittag.
In den Gruppen haben die Menschen miteinander diskutiert.
Es gab viele verschiedene Meinungen.
Alle haben einander zugehört.
Niemand wollte unbedingt recht haben.
In einem sehr grossen Kreis versammelten sich die Teilnehmenden. Das Austeilen des Brotes dauerte – aufgrund der Anzahl der Teilnehmenden und aufgrund des nicht ganz einfachen Abbrechens des Brotes – recht lange: So entstand im Raum eine dichte, besinnliche Stille, die von allen Teilnehmenden gehalten und getragen wurde. Als Teil des einen grossen Kreises mit Blick auf die vielen anderen als Gegenüber assen die Teilnehmenden ihr Brotstück.
Zum Schluss haben die Menschen gemeinsam Abendmahl gefeiert.
Beim Abendmahl teilen die Menschen Brot miteinander.
Die Menschen haben einen Kreis gebildet.
Dann wurde das Brot verteilt.
Das Brot liess sich schlecht brechen.
Darum hat es lange gedauert.
Im Raum war es still.
Die Menschen waren ruhig und nachdenklich.
Sie haben ihr Brot gegessen und sich angesehen.