Es gehört zur Kubatur des Open Space rund um eine Kirche, dass sie von einer Architektur der Diakonie gebaut ist. (…) Wo Diakonie gebaut wird, wird es stimmig, so sehr, dass Menschen füreinander und miteinander zu Gesellen gastfreundlicher Augenblicke werden. Die Architektur rund um Kirchen zeigt sich als Architektur von Gastfreundschaft bei Gelegenheit. In der Gastfreundschaft bei Gelegenheit rund um Kirchen macht sich nicht immer, jedoch oft die Stimmung wohltuender Geselligkeit breit, die überrascht.
Was bedeutet es eigentlich, wenn ein Ort «open» ist? Wie wird Offenheit sichtbar, spürbar, erlebbar? Open Place hat darauf nicht nur eine Haltung entwickelt, sondern ein Handeln – und ist damit selbst zu einer ausgestreckten Hand geworden, die auf die Stadt und ihre Menschen zugeht.
Die Nutzung spiegelt sich im Freiraum wider: Gemeinschaftsgärten, Aufenthaltsbereiche und offene Orte des Dialogs schaffen vielfältige Anknüpfungspunkte für soziales Leben. Unter dem Dach entfalten sich ebenso flexible Zonen, die unterschiedlich bespielt und individuell angeeignet werden können. Die mäandrierende Wegeführung sowie die differenzierte Höhenentwicklung der Nutzungen erzeugen eine räumliche Dynamik und fördern eine individuelle Orientierung innerhalb des Ensembles.
Ein Zuhause auf Zeit – nicht öffentlich, nicht privat, sondern ein dritter Ort, der Ankunft ermöglicht und Begegnung initiiert. Der Zwischen.Ort ist ein dauerhafter Sozialkörper an der Schnittstelle von Intimität und Gemeinschaft, von Nachbarschaft und Gastfreundschaft. Entstanden aus der Vision des Open Place, übersetzt er dessen interkulturelles Ethos in Architektur: eine gebaute Einladung, die Schutz und Austausch, Stille und Aktivität, Individuum und Kollektiv in ein Gleichgewicht bringt.
Feste Schotten strukturieren den Raum in klar lesbare Zonen: Sie schaffen Übergänge, markieren Schwellen und bieten ein Gefühl von Beständigkeit. Jeder Übergang markiert eine Entscheidung, lädt ein zur Begegnung oder zum Rückzug. Der architektonische Filter wird zur Geste der Fürsorge.
Auch im Aussenraum steht Gemeinschaft im Mittelpunkt: Ein neuer Dorfplatz verbindet Nachbarschaften, und der offene Gedankenraum vermittelt die Botschaft – Du bist nicht allein. Als beständiger Anker in einem fragmentierten Stadtraum wird der Zwischen.Ort zum identitätsstiftenden Zentrum – offen für Nachbarschaft, sensibel für das Einzelne.
An dem Ort treffen sich Menschen aus der ganzen Nachbarschaft.
* Der Open Place bei der Kirche Kurzrickenbach ist ein Begegnungsort der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen. In der Dokumentation «Open House» präsentieren Architekturstudierende der HTWG Konstanz Entwürfe für bauliche Erweiterungen und neue Nutzungsmöglichkeiten.