Proust

Tamara Funiciello 28, Juso-Präsidentin

1990 in der Schweiz geboren, wuchs Tamara Funiciello in Italien auf. Heute studiert sie Geschichte in Bern, wo sie auch lebt. Seit 2016 ist sie Präsidentin der Juso Schweiz und seit 2018 Grossrätin in Bern.
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Freitag, 31. August 2018

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Krieg.

Wo möchten Sie leben?

Ich würde gerne am Meer leben. Aber wichtiger als wo ist für mich mit wem.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Sozialismus und Erdbeerjoghurt.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Ich kann alle Fehler verzeihen. Aber ich verzeihe keine bösen Absichten.

Ihre liebsten Romanhelden?

Die rote Zora.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Jede Frau, die #MeToo getwittert hat, die das Frauenstimmrecht erkämpft hat oder die sich gegen das Patriarchat auflehnt.

Ihr Lieblingsmaler?

Frida Kahlo.

Ihr Lieblingskomponist?

So kultiviert bin ich nicht. Ich höre querbeet alles, was mir gefällt.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Mut, Ehrlichkeit und Solidarität.

Ihre Lieblingstugend?

Solidarität. Wenn wir es schaffen würden, weniger nur an uns selbst zu denken, könnten wir wesentlich vorankommen als Gesellschaft.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Die feministische Revolution vorantreiben.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Ein Panda. Pandas lassen sich von uns Menschen bedienen. So geht Chillen.

Ihr Hauptcharakterzug?

Ich bin entschlossen und leidenschaftlich.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Dass sie mich lieben, so wie ich bin.

Ihr grösster Fehler?

Es gibt Menschen, die mich als beratungsresistent bezeichnen.

Ihr Traum vom Glück?

Eine solidarische feministische Gesellschaft. Ich träume nicht nur davon, sondern ich kämpfe dafür.

Was möchten Sie sein?

Wenn ich kein Panda sein kann, möchte ich Teil der Befreiung unserer Gesellschaft von Ausbeutung und Unterdrückung sein.

Ihre Lieblingsfarbe?

Rot.

Ihre Lieblingsblume?

Entweder Nelken oder Rosen. Es sind die Rosen.

Ihr Lieblingsvogel?

Raben. Intelligent, eindrücklich und ehrgeizig.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Die Waschmaschine. Fragen Sie Ihre Mutter oder Ihre Grossmutter.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

J. K. Rowling.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Meine Mutter, weil sie trotz viel Gegenwind nie den Mut verloren hat.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Rosa Luxemburg, Dolores Ibárruri, Pussy Riots. Ich bewundere Frauen, die mutig und konsequent für sich und andere Frauen eingestanden sind.

Ihre liebste Filmfigur?

Im Moment: Wonder Woman.

Ihre Lieblingsnamen?

Namen sind mir nicht so wichtig, ich interessiere mich für Inhalte.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Wenn Menschen nicht am Erfolg einer Sache, sondern nur an ihrem eigenen Erfolg interessiert sind.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Alle Menschen, die einzig mit dem Ziel gehandelt haben, ihre Macht und ihren Reichtum zu vergrössern, und so anderen Leid zugefügt haben.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Ich bewundere militärische Leistungen nicht. Ich bin wenn immer möglich für gewaltfreie Lösungen.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ja. Es ist mir aber bewusst, dass wir das nie herausfinden können und ich vielleicht falschliege. Wichtiger ist aber ohnehin, dass alle Menschen glauben dürfen, was sie wollen.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Ich würde gerne gut singen können.

Wie möchten Sie sterben?

Zufrieden.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Optimistisch.

Ihr Motto?

Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat. (Rosa Luxemburg)

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.