Proust

Stefanie Grob 41, Autorin

Stefanie Grob ist mit ihren Spoken-Word-Texten auf Schweizer Bühnen unterwegs und regelmässig in der Satiresendung Zytlupe auf Radio SRF 1 zu hören. Für ihr Buch «Inslä vom Glück» erhielt Grob einen Literaturpreis der Stadt Zürich. Sie schreibt auch fürs Theater und ist Mutter von drei Kindern.
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Autorin: Stefanie Grob
Freitag, 21. April 2017

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Das mag ich mir gar nicht ausmalen. Das soll bewusst diffus und weit weg bleiben.

Wo möchten Sie leben?

Im Moment ist der Zürcher Stadtrand nicht schlecht. Später vielleicht mal Griechenland?

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Ein warmer Frühlingstag, draussen sein, die Kinder spielen alle friedlich miteinander, ich lese ein gutes Buch. Zum vollkommenen Glück wäre allerdings ein Meer vor der Haustür nicht schlecht.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Alle, die nicht aus Boshaftigkeit begangen wurden.

Ihre liebsten Romanhelden?

Desdemona und Lefty Stephanides, Balram Halwai, Lou, Louisa, Lu und Tschick. Aber auch Pippi, Momo und so.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Erin Brockovich und Malala Yousafzai.

Ihr Lieblingsmaler?

Hieronymus Bosch unter den toten und Lutz & Guggisberg unter den lebenden Künstlern.

Ihr Lieblingskomponist?

Ich bin so unmusikalisch, ich höre keinen Unterschied zwischen Schubert und Schuhmann. Von daher sind mir Komponisten Ludwig was Wolfgang.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Menschliche.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Dito.

Ihre Lieblingstugend?

Wäre die Geduld.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Lange Waldläufe und schnelle Trottinett-Fahrten.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Mich selbst mit alterndem Geist, aber ewig gesund-jungem Körper.

Ihr Hauptcharakterzug?

Ruhelosigkeit, sprich ständig im Schuss.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Dass sie mit mir befreundet sein mögen.

Ihr grösster Fehler?

Ich bin oft schnell entnervt.

Ihr Traum vom Glück?

Am türkisen griechischen Meer Lucia Berlin lesen, den friedlich spielenden Kindern zuschauen und Caffè Latte trinken.

Was möchten Sie sein?

Die Ruhe selbst.

Ihre Lieblingsfarbe?

Forsythiengelb und Kirschblütenrosa. Letzteres allerdings nur an Kirschbäumen. Ich mag aber auch Orange-Gelb-Gold-Türkis.

Ihre Lieblingsblume?

Wenn die Kirschblüte als Blume gilt, dann sie.

Ihr Lieblingsvogel?

Der Tukan Bosi aus der Stadtgärtnerei Zürich, der leider Anfang Jahr gestorben ist.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Der Computer und sein weltweites Netz.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Lucia Berlin habe ich gerade neu entdeckt und bin sehr entflammt.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Grad auch im nachhinein immer mehr Barack Obama.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Emilie Kempin-Spyri und die Geschwister Scholl.

Ihre liebste Filmfigur?

Jackie Brown.

Ihre Lieblingsnamen?

Hannah, Lynn, Anton, Selma, Moritz, Eugen, Sophie, Paula, Emilia, Filiz, Yoann.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Leute, die versuchen, sich selbst aufzuwerten, indem sie andere entwerten.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Auf einem guten Rang wäre sicher Donald Trump, wenn er denn nur schon geschichtlich wäre.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Den Einsatz von Brieftauben.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ein intelligentes Tier hätte es wahrscheinlich auch hingekriegt. Zum Beispiel ein Delfin.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Delfingleich schwimmen und göttlich singen. Oder umgekehrt – und gerne auch zeitgleich.

Wie möchten Sie sterben?

Möglichst unaufgeregt. Was mir als Hypochonder aber schwerfallen dürfte. Deshalb am liebsten im Tiefschlaf.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Danke, geht schon.

Ihr Motto?

Keins, ich nehme es, wie’s kommt. Wobei das ja auch schon wieder ein Motto ist, und erst noch ein plumpes.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.