Proust

Rachel Harnisch 43, Sopranistin

Die in Brig VS geborene Rachel Harnisch debütierte noch während des Studiums in Salzburg unter dem Stardirigenten Claudio Abbado. Sie singt Werke fast aller Stilepochen bis hin zu zeitgenössischer Musik an den wichtigen Opernhäusern Europas. Zuletzt gastierte sie in Florenz unter Zubin Mehta und in Turin unter Ingo Metzmacher. Im Zentrum ihrer Arbeit wird im kommenden Jahr die Uraufführung einer neuen Oper von Aribert Reimann an der Deutschen Oper Berlin sein.
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Autorin: Rachel Harnisch
Bild: ZVG
Freitag, 23. Dezember 2016

Was wäre für Sie das grösste Unglück

Der Verlust meiner Lieben.

Wo möchten Sie leben?

Wo meine Familie ist.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Alles, was irdisch ist, ist und bleibt unvollkommen. Es gibt kein Licht ohne Schatten.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Diejenigen, die aus wahrer, echter Liebe heraus geschehen.

Ihre liebsten Romanhelden?

Chiyo in Arthur Goldens «Memoirs of a Geisha».

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Mütter und Menschen, die sich den Ungerechtigkeiten der Welt mutig und selbstlos entgegenstellen.

Ihr Lieblingsmaler?

Schönheit findet sich in so vielen Gemälden, da möchte ich immer offen bleiben.

Ihr Lieblingskomponist?

Heute Leoš Janáček.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Zuverlässigkeit, Humor, Weitsicht, Fähigkeit zur Empathie, Charme.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Willenskraft, Klugheit, Eleganz.

Ihre Lieblingstugend?

Gerechtigkeit.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Lesen.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Sternekoch.

Ihr Hauptcharakterzug?

Perfektionismus.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Zuverlässigkeit, Treue, Offenheit, Bescheidenheit, Kritikfähigkeit, Humor, Liebenswürdigkeit.

Ihr grösster Fehler?

Perfektionismus und Ungeduld.

Ihr Traum vom Glück?

… kein Traum mehr, seit ich eine Familie habe.

Was möchten Sie sein?

Geduldiger.

Ihre Lieblingsfarbe?

Rot, Weiss und Schwarz.

Ihre Lieblingsblume?

Weisse Rosen.

Ihr Lieblingsvogel?

Adler.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Buchdruck.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Rainer Maria Rilke.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Mein Mann.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Sophie Scholl.

Ihre liebste Filmfigur?

Lisbeth Salander.

Ihre Lieblingsnamen?

Alma und Hannah, die Namen meiner Töchter.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Verbrechen an Kindern.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Diktatoren einst und heute.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Bewundern kann ich nichts, was militärisch ist.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Gott ist alles, was ist. Also nein und ja.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Alle Sprachen sprechen.

Wie möchten Sie sterben?

Schnell.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Müde nach zwei Konzerten mit Schönberg und Berg.

Ihr Motto?

Panta rhei.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871–1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen – einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.