Proust

Monika Schärer 51, Moderatorin

Seit den 90er Jahren arbeitet die Journalistin für das Schweizer Fernsehen und Radio, unter anderem für TV-Sendungen wie «Einstein» oder «Fernweh». Zudem ist Schärer Buchautorin, Veranstaltungsmoderatorin und realisiert Dokumentarfime. Seit 2011 ist sie Mitbesitzerin der Filmproduktionsfirma Topicfilm. Schärer lebt in Zürich und Südafrika.
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Autorin: Monika Schärer
Freitag, 06. März 2020

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Die Welt für mich alleine zu haben.

Wo möchten Sie leben?

Mal in Zürich. Mal in Johannesburg in unserem alten Haus. Und gerade eben möchte ich zurück nach Orwa, West Pokot, Kenia. Da war ich. Da ist es schön. Und da hat es Ziegen.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Ein Schluck Wasser. Kalt. Frisch.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Menschliche.

Ihre liebsten Romanhelden?

Die Suchenden. Und die Mutigen.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Auch die Suchenden. Und die Mutigen. Und solche, die was wagen.

Ihr Lieblingsmaler?

Aktuell meine zwei fünfjährigen Patenkinder Charlotte und Kamogelo.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Bei meinem seine Kochkünste. Und seinen Lebensmut.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Selbstvertrauen und Selbstironie.

Ihre Lieblingstugend?

Sich nicht zu wichtig nehmen.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Habe ich eben entdeckt in Orwa, West Pokot, Kenia: Goat-TV! Man schaut einfach Ziegen zu.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Keine Ziege in Orwa, West Pokot, Kenia …

Ihr Hauptcharakterzug?

Rampensau.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Dass wir gemeinsame Erlebnisse teilen können.

Ihr grösster Fehler?

Reden ohne Punkt und Komma.

Ihr Traum vom Glück?

Unterwegs sein. Sich bewegen. Mit Freunden und Fremden.

Was möchten Sie sein?

Vielleicht doch manchmal eine Ziege in Orwa, West Pokot, Kenia …

Ihre Lieblingsfarbe?

Immer wieder Blau.

Ihre Lieblingsblume?

Vollgesoffene Tulpen in allen Farben.

Ihr Lieblingsvogel?

Die Eule.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Das Telefon und in Afrika das Handy?

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Michael Cunningham.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Jetzt grad Juma, der achtjährige Junge aus Orwa, West Pokot, Kenia, der von einem Tag auf den anderen vom Busch in die Stadt zog und dort jetzt in die Schule geht. Respekt!

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Die mutigen Frauen.

Ihre liebste Filmfigur?

Da muss ich passen. Da gibt’s viele.

Ihre Lieblingsnamen?

Solche, die man laut schreien kann.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Menschen ohne Sinn für Humor.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Böse, herrische Männer.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Keine.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Eher wohl ein Wunschgedanke.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Auf Händen gehen können.

Wie möchten Sie sterben?

Im Gehen …

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Prima.

Ihr Motto?

Beim Gehen geht’s meist gut.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.