Proust

Monika Bütler, 54 Professorin

Monika Bütler ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der HSG, Verwaltungsrätin, Kolumnistin bei der «NZZ am Sonntag» und Bloggerin bei batz.ch. Früher war sie Mathematikerin, Lawinenforscherin und Auslandschweizerin. Sie ist Aargauerin ohne Auto und lebt mit ihrer Familie und einer Katze in Zürich.
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Autorin: Monika Bütler
Bild: ZVG
Freitag, 30. September 2016

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Wenn meiner Familie etwas zustossen würde.

Wo möchten Sie leben?

Ich lebe genau dort, wo ich leben möchte.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Mit meiner Familie reisen; in einem Orchester mitspielen.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Alle Fehler, die wegen eines grossen Engagements passieren. Nur wer nichts macht, macht keine Fehler.

Ihre liebsten Romanhelden?

Ich mag eigentlich keine Helden, aber wenn doch: Jane Eyre, Cyrano de Bergerac.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Meine Tante Pia, die zwei schwerbehinderte Kinder grossgezogen hat,
selber zweimal eine schwere Krankheit durchgemacht und ihren Humor dennoch nicht verloren hat. Und alle anderen, denen es ähnlich geht.

Ihr Lieblingsmaler?

Yuki Katsura (eine japanische Malerin).

Ihr Lieblingskomponist?

Eher Lieblingsstücke: Beethovens einziges Violinkonzert und Pachelbels Kanon. Und das Album Rumours von Fleetwood Mac, fast alles von den Beatles.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Intelligenz, Witz, Warmherzigkeit, Zuverlässigkeit.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Intelligenz, Witz, Warmherzigkeit, Zuverlässigkeit.

Ihre Lieblingstugend?

Optimismus.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Reisen.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Unsere Katze, aber nur für einen Tag.

Ihr Hauptcharakterzug?

Neugierig und unabhängig, was für meine Umwelt nicht immer angenehm ist. Eine Journalistin hat mich einmal so umschrieben: Gelebte Autonomie.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Intelligenz, Witz, Warmherzigkeit, Zuverlässigkeit.

Ihr grösster Fehler?

Unordentlichkeit.

Ihr Traum vom Glück?

Ich bin eigentlich rundum glücklich – einzig mehr Zeit hätte ich gerne noch.

Was möchten Sie sein?

Ein Mensch, der wie ich in einem freien Land leben darf.

Ihre Lieblingsfarbe?

Blau.

Ihre Lieblingsblume?

Alle Blumen, die man essen kann, etwa Zucchini und Kapuzinerkresse.

Ihr Lieblingsvogel?

Kakapo.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Penicillin, obwohl ich dagegen eine Allergie habe. Es hat zu einer vorher nie gekannten Entwicklung zum Besseren in der ganzen Welt geführt.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Haruki Murakami, Zeruya Shalev, Orhan Pamuk, Jane Austen. Mein Lieblingsbuch ist aber Snow Falling on Cedars von David Guterson.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Ich mag immer noch keine Helden. Aber wenn doch: Alle Kinder, die gesundheitliche Probleme meistern mussten oder noch immer damit kämpfen.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Nicht schon wieder Helden: Aber Marie Skłodowska Curie, Physikerin und Nobelpreisträgerin, hätte das Prädikat wirklich verdient.

Ihre liebste Filmfigur?

Die beiden Kinder im japanischen Film Grave of the Fireflies.

Ihre Lieblingsnamen?

Peter, Eugen, Urs, Katharina, Clara, Titus, Xaver, Agatha (die Gute). Weil es schöne alte Namen sind und weil sie meine Familie benennen.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Aufgeblasene laute Menschen, da verstumme ich sofort.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Da gibt es zu viele davon – und deren Namen möchte ich nicht lesen oder schreiben müssen.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Da bin ich überfragt.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Das weiss ich nicht und es ist mir auch egal. Solange andere Menschen nicht gestört werden, soll jeder und jede glauben, was er oder sie will.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Ich wäre gerne viel musikalischer.

Wie möchten Sie sterben?

Noch lange nicht.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Hungrig und müde.

Ihr Motto?

Was man verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht (Marie Skłodowska Curie).

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.