Proust

Lauriane Sallin 23, Miss Schweiz

Lauriane Sallin wurde am 11. August 1993 in Freiburg geboren und wuchs mit ihrem Bruder und ihrer Schwester in Belfaux FR auf. Nach ihrem Abschluss am Freiburger Collège St. Michel hat sie ein Studium in Kunstgeschichte und Französisch begonnen. Zurzeit studiert sie Archäologie. 2015 wurde sie zur Miss Schweiz gewählt.
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Autorin: Lauriane Sallin
Freitag, 10. Februar 2017

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Krank zu werden. Ich bin zum Glück gesund. Das verschafft mir die Freiheit, das Leben anzupacken.

Wo möchten Sie leben?

Ich fühle mich zuhause, wenn ich bei meiner Familie bin. Und weil es dieses Zuhause gibt, kann ich mich überall wohlfühlen.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Essen, trinken, genug schlafen, ein Dach über dem Kopf haben, frei und liebevoll handeln, ohne unterdrückt zu werden.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Mangel an Mut geschieht oft aus Bequemlichkeit. Mutig sein ist unbequem, deshalb entschuldige ich die, die sich anpassen.

Ihre liebsten Romanhelden?

Robin Hood. Ich bewundere seine Aufopferung für die Umverteilung.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Malala Yousafzai. Sie ist in ihrem Kampf für die Rechte der Frauen in Pakistan aussergewöhnlich.

Ihr Lieblingsmaler?

Ist eine Malerin. Niki de Saint Phalle. Sie nutzte die Kunst, um gegen Unrecht anzukämpfen. Ich liebe die Farben und diese starken, tanzenden Frauen.

Ihr Lieblingskomponist?

Wenn ich eine Melodie höre, mag ich sie zwar, aber ich erkenne den Komponisten meistens nicht.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Dass er ist, wer er ist. Frei!

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Dass sie ist, wer sie ist. Frei!

Ihre Lieblingstugend?

Gutmütigkeit.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Die Welt zu verändern.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Ich bin zufrieden mit dem, was ich bin. Aber ich wäre auch gern das Wasser. Es ist überall und nirgends, ungreifbar und hat doch alle möglichen Formen.

Ihr Hauptcharakterzug?

Entschlossenheit.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Vertrauen.

Ihr grösster Fehler?

Ich habe nie richtig die Grammatikregeln gelernt.

Ihr Traum vom Glück?

Mein Leben lang frei zu sein.

Was möchten Sie sein?

Menschlich.

Ihre Lieblingsfarbe?

Rot.

Ihre Lieblingsblume?

Vergissmeinnicht.

Ihr Lieblingsvogel?

Die Schwalbe.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Die Gleichheit von Mann und Frau. Sie ist ein Recht, das die Beziehung von Mann und Frau positiv verändert.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Zurzeit Nicolas Bouvier. Mit seinen Reiseberichten hat er mich träumen lassen.

Ihre Helden der Wirklichkeit?

Schwierig zu sagen. Jean Ziegler.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Marcello, Malerin und Bildhauerin. Die Schweizerin wirkte, als es nicht zulässig war, als Frau künstlerisch tätig zu sein. Sie widersetzte sich.

Ihre liebste Filmfigur?

John Snow in Game of Thrones.

Ihre Lieblingsnamen?

Ambroise.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Heuchelei.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Thomas Malthus. Er begründete die Theorie, dass man nichts gegen Nahrungsmangel tun kann. Ohne diesen Fatalismus könnte man viele Menschen retten.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Wenn Soldaten sich weigern, Gewalt anzuwenden. Oder wenn die Armee zu Rettungsdiensten eingesetzt wird.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Das Wort «Gott» ist eine Erfindung der menschlichen Sprache, um dieses «Etwas» zu benennen. Ich bin gläubig, ohne das rational erklären zu können. Es gibt etwas, das unabhängig vom Menschen existiert.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Die Fähigkeit, die Hand zu reichen und für den anderen da zu sein.

Wie möchten Sie sterben?

Schnell und ohne vor diesem Tag mit Leben aufzuhören.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Revolutionär und optimistisch, was die Möglichkeiten zur Veränderung angeht.

Ihr Motto?

Frau sein ist keine Einschränkung. Der stärkste Wille siegt. Jedes Privileg bedeutet eine Verantwortung.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.