Proust

Laura de Weck 35, Autorin und Schauspielerin

Laura de Weck (1981) ist Autorin und Schauspielerin. Sie studierte Schauspiel an der HdK Zürich und war u.a. Ensemblemitglied des Schauspielhauses Hamburg. Ihre Stücke (Lieblingsmenschen, Für die Nacht) werden an zahlreichen Theatern und in mehreren Sprachen aufgeführt. Ihre gesammelten Kolumnen aus dem Tages-Anzeiger sind in diesem Jahr unter dem Titel «Politik und Liebe machen» als Buch bei Diogenes erschienen.
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Autorin: Laura de Weck
Bild: ZVG
Freitag, 19. August 2016

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Tod der Liebsten.

Wo möchten Sie leben?

In meiner Wohnung, wo auch immer sie gerade ist.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Das habe ich schon erlebt. Aber genau kann man nicht erklären, wie es einen trifft. Das ist ja das Irdische an diesem Glück.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Die meiner engsten Freunde.

Ihre liebsten Romanhelden?

Diese Lieblingsfragen kann ich nie beantworten. Wirklich. Ich mag ganz viel, aber ich habe einfach keine klaren Lieblingsdinge, Figuren und so weiter …

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Julia, Nina und Anna.

Ihr Lieblingsmaler?

Vielleicht will ich diese Lieblingsfragen nicht beantworten, weil ich mich nicht festlegen will. Aber ich mag sowieso viel lieber Fotografie als Malerei.

Ihr Lieblingskomponist?

Oje, schon wieder eine … vermutlich habe ich deswegen mein erstes Theaterstück Lieblingsmenschen genannt. Ich mag den Kontrast: Lieblingsdinge sind sehr austauschbar, Menschen aber nicht.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Wenn er Verantwortung übernimmt (nicht nur für Berufliches).

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Wenn sie Verantwortung übernimmt (nicht nur für Privates).

Ihre Lieblingstugend?

Wieder eine Lieblingsfrage. Ehm … wenn man höflich ist, kann man alles sagen.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Quatschen und gespritzen Weisswein trinken, spielen, proben, mit den Kindern rumalbern, schreiben, sich informieren, Sex, diskutieren  …

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Ich dachte lange, es wäre einfacher, wenn ich ein Mann wäre. Das glaube ich nicht mehr.

Ihr Hauptcharakterzug?

Gesellig sein.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Dass sie mich nicht unter Druck setzen.

Ihr grösster Fehler?

Dass ich Anna in London nicht besucht habe.

Ihr Traum vom Glück?

Quatschen und gespritzen Weisswein trinken, spielen, proben, mit den Kindern rumalbern, schreiben, sich informieren, Sex, diskutieren …

Was möchten Sie sein?

Ich würde schon gern für eine Woche Bundeskanzlerin von Deutschland sein.

Ihre Lieblingsfarbe?

Schon wieder eine Lieblingsfrage. Gerade bei den Farben ist es ja unmöglich, sich festzulegen. Allein die ganzen Blautöne, auch Neon finde ich toll.

Ihre Lieblingsblume?

… ausserdem bin ich ganz schlecht in Botanik.

Ihr Lieblingsvogel?

Mein Freund hat mir eine Kette geschenkt, an der hängt ein Spatz, der gern ein Adler wäre.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Die Pille, Internet.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Ich weiss es nicht!

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Janos und Julika.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Meta von Salis, Nelson Mandela.

Ihre liebste Filmfigur?

Im Grunde sucht man bei diesen Lieblingsfragen ja nur nach Namen, die total cool klingen.

Ihre Lieblingsnamen?

Janos und Julika.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Gewalt.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Völkermörder.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Rettung bei Feuer und Naturkatastrophen. Flüchtlingshilfe.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ja, Gott sei Dank.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Ich würde gern richtig gut singen können.

Wie möchten Sie sterben?

Ohne Schmerzen.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Krank, auf Antibiotika … ach, das gehört doch auch zu den wichtigsten Erfindungen der letzten hundert Jahre.

Ihr Motto?

Motto ist fast noch schlimmer als Lieblingsfragen, aber gut: Im Moment muss ich mir immer wieder sagen: You can’t get it all, und das ist gut so.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871–1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen – einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.