Proust

King Pepe 42, Entertainer

King Pepe heisst eigentlich Simon Hari und lebt als Künstler in Bern. Der Musiker hat seit 2008 fünf Alben aufgenommen, in wechselnden Formationen gespielt und zahlreiche Videos gedreht. Eben ist sein neuestes Studioalbum, Karma OK, erschienen. Hari entstammt einer freikirchlichen Familie aus dem Berner Oberland.
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Autor: King Pepe
Freitag, 25. Januar 2019

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Der Verlust der liebsten Mitmenschen.

Wo möchten Sie leben?

Hier. Sonst würde ich woanders leben. Ich bin ja kein Baum.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Booze, gyrls, funky music. Das Übliche halt.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Scrheibveler.

Ihre liebsten Romanhelden?

Don Quichotte. Ein bisschen eigenartig, aber gutartig. Und stets auf Würde und Ehre bedacht.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Menschen, die Mitmenschen aus dem Mittelmeer fischen und bei sich unterbringen.

Ihr Lieblingsmaler?

David Shrigley.

Ihr Lieblingskomponist?

Derzeit Mathieu Boogaerts.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Brüste.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Bärte.

Ihre Lieblingstugend?

Luxuria et Industria.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Sticken.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Marcel Proust.

Ihr Hauptcharakterzug?

Pasión. Leidenschaft.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Bedingungslose Liebe. Ich staune und bin dankbar dafür, dass mich meine Freunde und Freundinnen immer noch gern haben, auch wenn ich schlecht gelaunt bin, Treffen kurzfristig verschiebe, Geburtstage vergesse usw.

Ihr grösster Fehler?

Ich hasse Zähneputzen. Okay, vielleicht gibt’s noch grössere.

Ihr Traum vom Glück?

Einfach so wie vor dem Sündenfall: den Unterschied zwischen Gut und Böse nicht kennen, ewig leben. Das war ein Witz.

Was möchten Sie sein?

Stark, klug, schön, sanft, weise.

Ihre Lieblingsfarbe?

Bordeauxrot und türkis, am liebsten grad zusammen.

Ihre Lieblingsblume?

Schwertlilie.

Ihr Lieblingsvogel?

Meiseli. Blau- und Kohlmeise halten sich in etwa die Waage.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Die Charta der Vereinten Nationen.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Rolf Hermann.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Eben: die, die Mitmenschen aus dem Mittelmeer ziehen.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Napoleon Bonaparte. Ohne ihn würden sich die Menschen in Europa vermutlich noch immer die Köpfe einschlagen. Ein anständiges Justizsystem hätten wir jedenfalls nicht.

Ihre liebste Filmfigur?

Globi. Nein, das stimmt nicht. Sorry, mir kommt niemand in den Sinn.

Ihre Lieblingsnamen?

Freya, Pina, Max.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Niedertracht. (Cooles Wort. Weiss aber nicht genau, was gemeint ist.)

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Einige Deutsche und Russen des 20. Jahrhunderts. Und Globi.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Die stündliche Wachablösung vor dem Parlament in Athen.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ja. Durchaus eine okaye Erfindung.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Trost spenden können, im richtigen Moment die richtigen Worte finden.

Wie möchten Sie sterben?

Wie mein Grossvater mütterlicherseits: am Tisch vornüber in die Suppe kippen und fertig ist’s.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Karma OK.

Ihr Motto?

Ebenso.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.