Proust

Katja Früh, 64, Autorin und Regisseurin

Als Erfinderin der Schweizer TV-Serien Lüthi und Blanc und Der Bestatter zählt Katja Früh zu den erfolgreichsten Autoren des Landes. Fürs Theater schrieb sie unter anderem das Kammerspiel Trommeln über Mittag oder die schwarze Komödie Exit-Retour. Ihr Buch Bin ich jemand? ist kürzlich im Echtzeit-Verlag erschienen. Früh ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Zürich.
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Autorin: Katja Früh
Freitag, 02. März 2018

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Das kann ich nicht aussprechen.

Wo möchten Sie leben?

In Paris. Aber nur als Pariserin.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Ins Bett sinken.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Die gut gemeinten.

Ihre liebsten Romanhelden?

Der Bauer Lewin aus Anna Karenina. Und sie, die Anna.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Mütter.

Ihr Lieblingsmaler?

David Weiss.

Ihr Lieblingskomponist?

Mozart.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Humor. Intelligenz.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Humor. Intelligenz.

Ihre Lieblingstugend?

Freundlichkeit.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Mit Patrick Frey an einem Theaterstück schreiben. Inszenieren. Und ich bin ein Serienjunkie. Und ich liebe Freunde an langen Tischen. Und Beizen.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Colette.

Ihr Hauptcharakterzug?

Ich hoffe, der Humor.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Wenn man mit ihnen philosophieren kann.

Ihr grösster Fehler?

Disziplinlosigkeit.

Ihr Traum vom Glück?

Der Zustand heiterer Gelassenheit.

Was möchten Sie sein?

Romanautorin mit richtig viel Kohle.

Ihre Lieblingsfarbe?

Schwarz.

Ihre Lieblingsblume?

Rosen.

Ihr Lieblingsvogel?

Junge Spatzen.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Etwas Digitales, nehme ich an. Und etwas Medizinisches. Und meine teure Anti-Aging-Crème …

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Von den Schweizern Peter Bichsel. Sonst Tolstoi und Tschechow. Und Horvath. Und Karl Valentin.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Die investigativen Journalisten. Und einige freche und mutige Komiker in Amerika.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Simone de Beauvoir, Hannah Arendt, Rosa Luxemburg.

Ihre liebste Filmfigur?

Schmidt, in All about Schmidt.

Ihre Lieblingsnamen?

Russische Frauenvornamen, wie ich selbst einen habe. Und Franz, Max, Fritz usw.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Bösartigen Narzissmus.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Ja wen wohl? Goebbels und so weiter. Und Trump, aber der wird hoffentlich nie geschichtlich.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Keine.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ja, aber gar keine so schlechte.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Eleganz.

Wie möchten Sie sterben?

Privatversichert.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Na ja, ich könnte wacher sein.

Ihr Motto?

Der Künstler Peter Fischli hat einmal ein Graffito fotografiert, das da hiess: «Reality is Bullshit» – das finde ich ziemlich lustig.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.