Proust

Jaël Malli 38, Sängerin

Nach vierzehn Jahren als Sängerin der Berner Band Lunik veröffentlichte Jaël Malli (Jahrgang 1979) 2015 ihr erstes Soloalbum. Ende Oktober erscheint ihr neustes Werk, «Orkestra». Malli ist verheiratet und erwartet zurzeit ihr erstes Kind.
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Autorin: Jaël Malli
Freitag, 20. Oktober 2017

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Ich habe früher viel Zeit damit vergeudet, Angst zu haben. Heute vertraue ich darauf, dass alles so kommt, wie es soll.

Wo möchten Sie leben?

Genau da, wo ich bin.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Mein Leben als gesunder und zufriedener Mensch dankbar zu leben, umgeben von meinen Lieblingsmenschen.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Die aus Missverständnissen enstehen.

Ihre liebsten Romanhelden?

Jonathan Löwenherz war mir als kleinem Mädchen der absolute Held.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Menschen, die Freundlichkeit und Zufriedenheit weitergeben.

Ihr Lieblingsmaler?

Meine Mutter.

Ihr Lieblingskomponist?

Ich bewundere, wenn jemandem ein Meisterwerk gelingt, gehe aber nicht davon aus, dass «Genie» eine Person ist, sondern etwas, das einen besuchen und auch wieder verlassen kann.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Sensibilität, Zuhören können, Kritikfähigkeit, Authentizität.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Siehe oben.

Ihre Lieblingstugend?

Offenheit gegenüber und Interesse an anderen /-m.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Übers Leben sinnierend oder plaudernd in der Natur spazieren.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Von Montag bis Mittwoch eine Katze, die alleine auf Entdeckungsreisen gehen, aber jederzeit zurückkehren darf. Von Donnerstag bis Sonntag ein Mutterschaf, das sich um die Herde kümmert.

Ihr Hauptcharakterzug?

Laut denken.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Dass ich mich selber sein darf mit allen Schwächen und Stärken.

Ihr grösster Fehler?

Meistens machen sogenannte Fehler im Rückblick Sinn und sind somit dann doch keine Fehler.

Ihr Traum vom Glück?

Mein Leben, so wie es jetzt ist.

Was möchten Sie sein?

Genussmensch und Freundin, Sängerin und Sprecherin, Ehefrau und Mama, Gotti, Cousine, Tochter …

Ihre Lieblingsfarbe?

Sanfte Naturtöne in meinem Zuhause, satte Farben an meinen Kleidern und knallgrün in meinem Teller.

Ihre Lieblingsblume?

Kunterbunt gemischte Feldblumensträusse, Sonnenblumen-, Raps- und Lavendelfelder und jene Rosen, die sich nicht entscheiden können, ob sie rosa oder orange sein wollen.

Ihr Lieblingsvogel?

Meisen.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Die Heizung.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Ich halte es für schwierig, dass mich jemand mit jedem Werk abholen kann.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Die Geschichte von Aung San Suu Kyi hat mich tief berührt.

Ihre liebste Filmfigur?

Ich habe so viele Filme gesehen, da fällt es schwer, eine herauszupicken.

Ihre Lieblingsnamen?

Das verrate ich nicht.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Menschen, die sich nur über Materielles definieren und absichtlich anderen und der Umwelt Schaden zufügen. Und Innereien. Gleichermassen.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Alle, die überzeugt waren, dass eine Gruppe von anderen weniger wert ist.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Dafür interessiere ich mich nicht.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Es gibt vieles, das wir weder wissen noch erklären können. Ob man dem Gott sagt, sei jedem selber überlassen.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Alle Sprachen fliessend zu beherrschen, um mich überall mit Menschen anderer Kulturen richtig unterhalten zu können.

Wie möchten Sie sterben?

Einschlafen im Kreise der Liebsten, nachdem ich mich verabschieden und mich bedanken konnte.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Super happy.

Ihr Motto?

Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu sein.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.