Proust

Hanspeter Müller-Drossaart 62, Schauspieler

Hanspeter Müller-Drossaart war mehrere Jahre in den Ensembles vom Theater am Neumarkt, Schauspielhaus Zürich und des Wiener Burgtheaters tätig. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er durch die populäre TV-Serie «Lüthi&Blanc» und Spielfilme wie «Grounding – Die letzten Tage der Swissair», «Die Herbstzeitlosen» oder «Sternenberg». Am 1. August spielt er in einer szenischen Lesung zum Wipkinger Glockenstreik mit.
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Freitag, 28. Juli 2017

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Der Verlust meiner Familie.

Wo möchten Sie leben?

Am Kurfürstendamm im Südtirol am schwäbischen Meer im Hafen von Mykonos. Das heisst in der kulturellen Metropole, im landschaftlich-kulinarischen Paradies, in der Weite des Bodensees und in der weltläufigen Fremde der antiken Inselwelt.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

«Welch ein Glück, geliebt zu werden, und lieben, Götter, welch ein Glück» (J. W. Goethe).

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Die einmaligen und die nächsten.

Ihre liebsten Romanhelden?

Augustus von John Williams, in seinem Weltentwurf und seinem Scheitern spannend! Wobei der Begriff des Helden genauso obsolet gilt wie das «Fräulein».

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Carolin Emke.

Ihr Lieblingsmaler?

Giotto.

Ihr Lieblingskomponist?

Mozart.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Dass er seinem Geschlecht in seinem Handeln keine zentrale Bedeutung zumisst, sondern als Mensch an sich wirkt.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Dass sie ihrem Geschlecht in ihrem Handeln keine zentrale Bedeutung zumisst, sondern als Mensch an sich wirkt.

Ihre Lieblingstugend?

Grossmut.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Lesen.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Mich, schon früher wie jetzt.

Ihr Hauptcharakterzug?

Leutseligkeit.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Zugewandtheit und Neugierde.

Ihr grösster Fehler?

Ungeduld.

Ihr Traum vom Glück?

Noch möglichst lange und nicht alleine.

Was möchten Sie sein?

Mich selber.

Ihre Lieblingsfarbe?

Taubenblau.

Ihre Lieblingsblume?

Stein-Nelken.

Ihr Lieblingsvogel?

Wiedehopf.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Die Flugzeugturbine.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Julian Barnes.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Die sich stetig bemühen, an das vergangene Unrecht zu erinnern und für eine gerechtere Welt einzustehen.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Madame Curie, Hildegard von Bingen.

Ihre liebste Filmfigur?

Sherlock Holmes in der Gestaltung von Benedict Cumberbatch.

Ihre Lieblingsnamen?

Franziska, Daphne, Livius.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Hybris.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Hitler, Stalin, Kim Jong-un, letzterer lebt noch.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

General Dufours intelligente und behutsame Auflösung des innerhelvetischen Sonderbundkrieges.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ich glaube nicht, ich vermute es. Es leuchtet mir ein, dass der Mensch im Wissen um seine begrenzte Lebenszeit eine über ihn hinausweisende Macht benennen möchte, die ihm Geborgenheit und Sinn ermöglicht.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Nach dem Umfallen immer wieder schmerzfrei und folgenlos wieder aufstehen können.

Wie möchten Sie sterben?

Überraschend und ahnungslos.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Aufgewühlt und unternehmungsgierig.

Ihr Motto?

Ein Zitat von Matto Kämpf: «Bevors mi het ggä, hets mi Millione vo Jaar nid ggä. U das isch ämu o ggange.»

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.