Proust

Güzin Kar 44, Autorin, Regisseurin und Kolumnistin

Güzin Kar kam als Kind mit ihren Eltern aus der Türkei in die Schweiz. Bekannt wurde sie Mitte der nuller Jahre mit der Weltwoche-Kolumne Gender-Studies. Kar studierte an der Filmakademie Baden-Württemberg, ist Bestsellerautorin und führt Regie. Ihr Film «Fliegende Fische müssen ins Meer» wurde 2011 am Filmfestival Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken ausgezeichnet.
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Autorin: Güzin Kar
Bild: ZVG
Freitag, 29. Januar 2016

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Den Glauben an das Gute zu verlieren.

Wo möchten Sie leben?

Da, wo meine Liebsten sind.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Ein Leben ohne Angst und Hass. Und dazu Pommes Chips.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Jene, die ein besseres Resultat erzeugen als geplant.

Ihre liebsten Romanhelden?

Fräulein Smilla und Krümel aus Die Brüder Löwenherz.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Alle, die gegen den Irrsinn der Welt antreten, obwohl sie täglich scheitern.

Ihr Lieblingsmaler?

Im Moment Eugène Ionesco, der Dramatiker, der später malte.

Ihr Lieblingskomponist?

Anne Clark.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Intelligenz, Schönheit, Empathie.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Intelligenz, Schönheit, Empathie.

Ihre Lieblingstugend?

Geistige Agilität.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Im Internet Dinge ansehen, die ich nie bestellen werde.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Eine perfektere Version meiner selbst.

Ihr Hauptcharakterzug?

Beharrlichkeit.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Loyalität, Herzlichkeit, Geduld.

Ihr grösster Fehler?

Diese gewisse Alltagslethargie.

Ihr Traum vom Glück?

Den besten Film der Welt gemacht zu haben.

Was möchten Sie sein?

Etwas, das mir nicht dauernd selbst im Weg steht mit all den Zweifeln.

Ihre Lieblingsfarbe?

Schwarz.

Ihre Lieblingsblume?

Mohn.

Ihr Lieblingsvogel?

Rabe.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Penicillin.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Zurzeit Wolfgang Hildesheimer.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Jon Gnarr, Dolly Parton, Volker Beck.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Sophie Scholl, Martin Luther King, Margarete Mitscherlich.

Ihre liebste Filmfigur?

Al Pacino als Vincent Hanna in Michael Manns Heat.

Ihre Lieblingsnamen?

Wenn mir der Mensch gefällt, kann er auch Rüdiger heissen.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Opportunismus.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Diktatoren und Mitläufer.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Die kritische Kriegsberichterstattung (okay, nicht ganz militärisch).

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ja, eines betrunkenen, gutherzigen Menschen.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Den Geruchssinn eines Trüffelschweins.

Wie möchten Sie sterben?

Am liebsten gar nicht.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Na, hoffentlich zurechnungsfähig.

Ihr Motto?

Dieser Satz kein Verb.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.