Proust

Ellen Ringier 65, Herausgeberin von Fritz+Fränzi

1951 in Luzern geboren, studierte Ellen Ringier in Zürich Jura und schloss 1976 mit Doktorat ab. Seit 1991 betreut sie zahlreiche Stiftungen. Heute ist sie vor allem als Herausgeberin von Fritz+Fränzi, dem Schweizer Magazin für Eltern, tätig. Ellen Ringier ist Mutter zweier Töchter.
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Autorin: Ellen Ringier
Freitag, 18. August 2017

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Der Verlust eines mir besonders nahe stehenden Familienmitglieds.

Wo möchten Sie leben?

Ich bin meinem Schicksal dankbar, dass ich in der Schweiz leben darf. Nicht auszudenken, wenn der Storch mich über Syrien rausgeworfen hätte.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass es das nicht gibt, weshalb es nicht lohnt, darüber nachzudenken.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Fehler, die nicht aus Absicht oder gar Bosheit geschehen, sondern die schlicht dem Repertoire der menschlichen Unvollkommenheit zuzurechnen sind.

Ihre liebsten Romanhelden?

Früher waren es Winnetou und Old Shatterhand, als Erwachsene habe ich Heldenverehrung abgelegt.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Alleinerziehende Mütter mit ungenügenden Mitteln, deren Work-Life-Balance aus dem Ruder läuft.

Ihr Lieblingsmaler?

Sean Landers: ein zeitgenössischer amerikanischer Meister des Spiels mit dem Scheitern und der Selbstironie.

Ihr Lieblingskomponist?

Alle klassischen italienischen Opernkomponisten von Donizetti über Puccini und Rossini bis zu Verdi.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Ich mag Menschen, die Klugheit, Redlichkeit und Tatkraft mit Empathie zu verbinden wissen.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Mit Menschen meine ich auch Frauen!

Ihre Lieblingstugend?

Menschenfreundlichkeit.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Quality time mit meiner Familie verbringen, das vermag sogar Lesen zu verdrängen.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Ich bin sehr gerne ich.

Ihr Hauptcharakterzug?

Menschenfreundlichkeit.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Humor.

Ihr grösster Fehler?

Besserwisserei.

Ihr Traum vom Glück?

Wer so viel Glück im Leben hatte wie ich, träumt nur noch davon, dass es so bleiben möge, wie es ist.

Was möchten Sie sein?

Effizienter.

Ihre Lieblingsfarbe?

Grün.

Ihre Lieblingsblume?

Je nach Jahreszeit.

Ihr Lieblingsvogel?

Ist der Pinguin ein Vogel?

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Digits.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Stefan Zweig mit Sternstunden der Menschheit.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Tyrannenmörder, Widerstandskämpfer gegen das Unrecht.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Haviva Reik war eine der Widerstandskämpferinnen im Dritten Reich, die dabei ihr Leben gelassen hat.

Ihre liebste Filmfigur?

Audrey Hepburn. Ich erinnere zwar keinen Satz, den sie gesagt hat, ihr zuzuschauen reicht.

Ihre Lieblingsnamen?

Jayden und Dylan: so heissen meine beiden Enkel.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Unehrlichkeit, Hass, Boshaftigkeit, Neid.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Hitler und Stalin.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Den Sechstagekrieg.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Ja, immerhin eine nützliche Erfindung.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Mit Handauflegen Menschen heilen.

Wie möchten Sie sterben?

Wenn ich es vermeiden kann, dabei zu sein, soll mir das recht sein.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Ich bin auf dem immer kürzer werdenden Weg zur Altersweisheit – es kann noch eine Weile dauern…

Ihr Motto?

«Neminem laedere», also «niemandem schaden», und «all life is about, is to give other people a chance».

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.