Proust

Christian Seiler 64, Schauspieler und Theaterregisseur

Aufgewachsen ist Christian Seiler in der Schweiz und in Italien. Nach dem Diplom an der Schauspiel-Akademie Zürich spielte er an diversen Theatern in Deutschland und in der Schweiz. Seit 1987 ist Seiler auch als Regisseur für Sprech- und Musiktheater und als Theaterdozent tätig.
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Freitag, 06. Juli 2018

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Sterben, bevor das Leben voll und ganz ausgeschöpft ist.

Wo möchten Sie leben?

Genau dort, wo ich bin, aber hundertprozentig.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Erfüllte Liebe (nicht nur Beziehungen betreffend).

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Fehler gemacht und zugegeben zu haben.

Ihre liebsten Romanhelden?

Old Shatterhand, James Bond, Phileas Fogg, der Graf von Monte Christo und Donald Duck.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Die Schauspielerinnen in meinen Theaterinszenierungen.

Ihr Lieblingsmaler?

Da ist nur der Plural möglich: Leonardo da Vinci, Pieter Bruegel, Felix Vallotton, Edward Hopper – und viele mehr.

Ihr Lieblingskomponist?

Dasselbe: William Cornysh, Giuseppe Verdi, Gustav Mahler, Ennio Morricone …

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Herzenswärme und Dialogfähigkeit (zu der Neugierde auf den anderen und Zuhörenkönnen gehören).

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Anmut und Dialogfähigkeit.

Ihre Lieblingstugend?

Warmherzige Freundlichkeit.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Theater machen und spielen.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Von Beginn meines Lebens an ganz ich selber.

Ihr Hauptcharakterzug?

Ich habe meinen Charakter noch nie analysiert. Zeitverschwendung.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Verlässlichkeit.

Ihr grösster Fehler?

Siehe oben, und: der Superlativ überfordert mich.

Ihr Traum vom Glück?

Erfüllte Liebe und Wunsch-Theaterprojekte, bei denen das nötige Geld zur Verfügung steht – ohne dass ich mich darum kümmern muss; eine Welt, die von Respekt gegenüber der Natur und allen Mitmenschen geprägt ist.

Was möchten Sie sein?

Nochmals sechsundzwanzig mit den Erfahrungen von heute.

Ihre Lieblingsfarbe?

Rot.

Ihre Lieblingsblume?

Mohnblume und alle Wiesenblumen.

Ihr Lieblingsvogel?

Adler.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Der Minirock.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

William Shakespeare.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Alle, die sich gegen Lieblosigkeit der Natur und anderen Menschen gegenüber wehren.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Sophie Scholl und alle anderen, die gegen Unmenschlichkeit, Männergewalt und die Herabsetzung der Frauen gekämpft haben.

Ihre liebste Filmfigur?

James Bond.

Ihre Lieblingsnamen?

Jene der Menschen, die ich liebe.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Herzenskälte und Vertrauensverrat.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Am meisten? Zu schwierig.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Die spontane Waffenruhe zwischen deutschen, britischen und französischen Soldaten an Weihnachten 1914.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Das Wort «Gott» – ja.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Mich von Menschen nicht verletzen zu lassen. Nie müde zu sein. Fliegen zu können.

Wie möchten Sie sterben?

Beim Theater- oder Liebemachen.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Wachheit – gerne und meistens.

Ihr Motto?

Der menschliche Kontakt ist die einzige unentbehrliche Wirklichkeit – Theater ist ein Protest gegen die Kälte der Welt.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.