Proust

Barbara Schmid-Federer, 53, Präsidentin Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Zürich

Barbara Schmid-Federer war über zehn Jahre für die CVP im Nationalrat, bevor sie im Sommer 2018 ihren Rücktritt bekanntgab. Die studierte Romanistin und ehemalige Gymnasiallehrerin ist Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes Kanton Zürich und Mitinhaberin einer Apotheke am Zürcher Paradeplatz. Schmid-Federer ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Söhnen. Sie lebt in Männedorf ZH.
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Freitag, 13. September 2019

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Den Tod eines unserer Söhne miterleben zu müssen.

Wo möchten Sie leben?

Da wo mein Mann lebt.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Ich bin glücklich, wenn ich für die Verletzlichsten unserer Gesellschaft da sein kann.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Fehler, die bereut werden.

Ihre liebsten Romanhelden?

Jane Eyre, die Protagonistin aus dem gleichnamigen Roman von Charlotte Brontë. Sie hat mein Leben geprägt.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Frauen wie Priorin Irene Gassmann oder Eva-Maria Faber. Sie setzen sich für das Miteinander von Männern und Frauen in der katholischen Kirche ein.

Ihr Lieblingsmaler?

Ich habe keinen Lieblingsmaler. Den Schweizer Bildhauer Bernhard Luginbühl habe ich einmal persönlich kennengelernt, was mir sehr imponiert hat.

Ihr Lieblingskomponist?

Georges Bizet, weil er meine Lieblings­oper Carmen komponiert hat.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Aufrichtigkeit, Grosszügigkeit, Mut, engagierte Gelassenheit, Humor.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Dieselben. Aufrichtigkeit, Grosszügigkeit, Mut, engagierte Gelassenheit, Humor.

Ihre Lieblingstugend?

Nächstenliebe.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Helfen.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Eine Frau wie Mutter Teresa, die ihr Leben konsequent in den Dienst der Armen gestellt hat.

Ihr Hauptcharakterzug?

Offenheit.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Dass sie mich in den schwierigsten Zeiten durchtragen.

Ihr grösster Fehler?

Mehr Gelassenheit wäre wünschenswert.

Ihr Traum vom Glück?

Davon träume ich nicht, ich suche es.

Was möchten Sie sein?

Mich selbst.

Ihre Lieblingsfarbe?

Seit dem Tod meiner Mutter: Altrosa, weil das ihre Lieblingsfarbe war.

Ihre Lieblingsblume?

Seit dem Tod meiner Mutter: die Pfingstrose, weil ich ihre künstliche Pfingstrose – in Altrosa – jeweils an Pfingsten aufstelle.

Ihr Lieblingsvogel?

Das Blässhuhn.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Die Gründung des Roten Kreuzes vor 150 Jahren.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Als grosser Krimifan lese ich am liebsten Henning Mankell.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Die Surprise-Verkäufer in Bern und Zürich.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Maria Magdalena und Ester, zwei grossartige Frauenfiguren aus der Bibel.

Ihre liebste Filmfigur?

Gleiche Antwort. Maria Magdalena und Ester, zwei Frauen, deren Wirken schon mehrmals verfilmt wurde.

Ihre Lieblingsnamen?

Die Vornamen unserer beiden Söhne.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Gewalt an Kindern.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Rechts- und linksextreme Despoten.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Es fällt mir schwer, militärische Leistungen zu bewundern.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Umgekehrt: Der Mensch wurde von Gott erschaffen.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Gelassenheit in allen Lebenslagen.

Wie möchten Sie sterben?

Nach gegenseitigem Verzeihen aller Fehler.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Friedlich.

Ihr Motto?

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871—1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen — einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.