Proust

Achim Parterre 46, Schriftsteller

Achim Parterre, 1970 in Biel geboren, lebt heute mit seiner Familie in Langnau im Emmental. Er ist Schrifsteller, Redner und Jobcoach, zudem Autor bei Radio SRF. Seit zehn Jahren ist er mit den «Gebirgspoeten» auf den Kleinkunstbühnen der Schweiz unterwegs. Seine Bücher und Hörbücher erscheinen im Cosmos-Verlag.
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Bild: ZVG
Freitag, 09. Dezember 2016

Was wäre für Sie das grösste Unglück?

Allein zu sein.

Wo möchten Sie leben?

Da wo meine Liebste ist.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Vollkommenheit ist das Gegenteil von Glück.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Optimismus und Dyskalkulie.

Ihre liebsten Romanhelden?

Pippi Langstrumpf, Romeo Montague, Kapitän Marlow, Richard Tebrick, Fiona Maye.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?

Meine Therapeuten.

Ihr Lieblingsmaler?

Hieronymus Bosch gehört dazu.

Ihr Lieblingskomponist?

Ich bin da nicht wählerisch. Hauptsache Musik!

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Nehmen können.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Geben können. Ausserdem Witz, Sinnlichkeit, Genussfreude, Übermut, Musse, einen Hang zur Vita contemplativa und lackierte Fingernägel.

Ihre Lieblingstugend?

Humor, Grosszügigkeit, Offenheit, Schnelligkeit, Tiefgang, Intelligenz, Nachsicht.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Auf einem Holzsteg am Syvärisee liegen und nichts tun.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Mich selbst vor dreissig Jahren mit dem Bewusstsein von heute.

Ihr Hauptcharakterzug?

Mich interessiert das Darunter.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Dass sie mich zu ihren Freunden zählen.

Ihr grösster Fehler?

Eine gewisse Lernresistenz. Ich muss die Dinge viele Male falsch machen, bis ich sie ändere.

Ihr Traum vom Glück?

Ohne Furcht zu leben.

Was möchten Sie sein?

Mitfühlend, zufrieden, durchlässig.

Ihre Lieblingsfarbe?

Warme, erdige Rot-, Braun- und Grüntöne.

Ihre Lieblingsblume?

Männertreu (wegen des Vanilledufts).

Ihr Lieblingsvogel?

Misteldrossel (wegen des melancholischen Gesangs) und Mauersegler (weil er den Frühling ankündigt und ein toller Flieger ist).

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?

Für mich war es lange Zeit der Tintenkiller.

Ihr Lieblingsschriftsteller?

Eckhart, Shakespeare, Gotthelf, Hölderlin, Conrad, Morgenstern, Tucholsky, Walser, Loosli, Bernhard, Dürrenmatt, Williams, Lindgren, Widmer, Gustafsson, Roth, Burren, Palmen, Seethaler.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?

Alle, die sich totalitären Systemen widersetzen.

Ihre Heldinnen in der Geschichte?

Ich sehe nicht viel Heldenhaftes in der Geschichte. In den Geschichten vielleicht Wilhelm Tell. Ein Tyrannenmörder der sturen Sorte. Irgendwie mag ich ihn.

Ihre liebste Filmfigur?

Toni Erdmann.

Ihre Lieblingsnamen?

Toni (mein Grossvater), Tim, Juri, Barbara.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Fanatiker jeglicher Couleur.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?

Die ganz üblen sind leider noch nicht Geschichte.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?

Dienstverweigerung.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?

Es wäre ihm zu wünschen.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Die Ohren schliessen zu können.

Wie möchten Sie sterben?

Sehenden Auges und nicht zu unverhofft.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Schockiert. Wir schreiben den 9. 11. 2016 – heute haben die USA ihren neuen Präsidenten gewählt.

Ihr Motto?

«Mut ist die Bereitschaft, der fundamentalen Unsicherheit des Lebens zu begegnen und sie als das grundlegende Mysterium unserer Existenz zu achten.»  (Bhagwan)

Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871–1922) antwortete in der Zeit der Pariser Salons gleich zweimal auf diese Fragen – einmal als 14jähriger, dann noch einmal mit 20. Der Fragebogen gilt als Herausforderung an Geist und Witz und stellt bis heute die grossen Fragen des Lebens.